Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Debatte um Fusion: gespalte Reaktionen auf Idee eines Großkreises
Region Mitteldeutschland Debatte um Fusion: gespalte Reaktionen auf Idee eines Großkreises
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:02 13.01.2010
Wurzen

Während der Erste Beigeordnete des Landkreises Leipzig, Klaus-Jürgen Linke (CDU), und die frühere Landrätin Petra Köpping (SPD) den Vorstoß ablehnen, hält Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) Wittigs Vorgehen für begrüßenswert.

Wittig hatte erklärt, er sei dafür, den Landkreis Nordsachsen ganz aufzulösen und mit dem Landkreis Leipzig einen sogenannten Großkreis zu bilden. Damit ließen sich auch gleich die Landesdirektionen auflösen. Flankenschutz erhielt Wittig von Gotthard Deuse, seines Zeichens FDP-Fraktionsvorsitzender im Torgauer Kreistag. Die Liberalen hätten bereits im Jahr 2008 einen Großkreis bevorzugt. Auch Gerhard Gey (CDU), Landrat des Kreises Leipzig und zuvor bis 2008 Landrat im Muldentalkreis, hatte im Vorfeld der Kreisreform immer wieder die Idee eines Großkreises Leipzig ins Spiel gebracht. Für das Landratsamt in Borna ist die Variante aktuell jedoch kein Thema.

"Fusionen sind kein Allheimittel", sagte der Beigeordnete Linke, der sich für den gestern auf einer Landräte-Tagung weilenden Gey äußerte. Die aktuelle Diskussion in Nordsachsen mache vor allem deutlich, dass der dortige Landkreis ernsthafte finanzielle Probleme habe.

Anders beurteilte der Grimmaer Oberbürgermeister den Wittig-Vorstoß in Nordsachsen. "Ein Großkreis wäre der richtige Schritt gewesen, denn die von Dresden auf den Weg gebrachte Verwaltungs- und Kreisreform hat sich als Flop erwiesen", so Berger. "Es ist eine sinnlose Institution geschaffen worden. Im neuen Kreisgebiet lässt sich ohnehin keine Identität mehr stiften, dazu sind die Strukturen zum Beispiel zwischen Muldental und Neuseenland viel zu unterschiedlich. Dann hätten die Verantwortlichen wenigstens auf Verwaltungseffizienz setzen, gleich einen Großkreis schaffen und die Landesdirektion abschaffen sollen." Köpping äußerte sich verwundert darüber, dass der Freistaat Sachsen im Landkreis Nordsachsen keinen Amtsverweser einsetzt. Die 51-Jährige ist sich sicher, "dass ich als SPD-Landrätin garantiert einen Amtsverweser vor die Nase gesetzt bekommen hätte".

nn/hei

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auch wenn beiden der ein oder andere Zahn fehlt, hat die Karikatur mit Angela Merkel und Guido Westerwelle ordentlich Biss. Die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und der FDP griff Karikaturist Klaus Stuttmann im Oktober 2009 in der LVZ mit einer spöttischen Zeichnung der beiden Politiker auf, die die Leser mit großem Abstand zur Karikatur des Jahres 2009 wählten.

13.01.2010

Die mit 1,8 Millionen Versicherten größte Innungskrankenkasse Deutschlands, die IKK classic, wird 2010 keinen Zusatzbeitrag erheben. Mit einem Haushaltsvolumen von knapp 3,6 Milliarden Euro verfüge sie über ein solides finanzielles Fundament, sagte der neue Vorstandsvorsitzende Gerd Ludwig am Mittwoch zur konstituierenden Verwaltungsratssitzung in Weimar.

13.01.2010

Der sächsische Landtag soll in der kommenden Woche über das umstrittene Versammlungsgesetz befinden. Das sieht die am Mittwoch veröffentlichte Tagesordnung für die erste Beratung des Parlamentes in diesem Jahr vor.

13.01.2010