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Mitteldeutschland Demograf: Alterung im Osten positiv bewerten
Region Mitteldeutschland Demograf: Alterung im Osten positiv bewerten
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08:39 26.12.2009
Rostock

„Die zunehmende Lebenserwartung ist doch nichts Schlimmes, sondern etwas Gutes. Wir müssen aufpassen, dass wir daraus nicht ein Negativ-Szenario machen“, sagte der Wissenschaftler am Rostocker Max-Planck-Institut (MPI) für demografische Forschung. Der Anteil der Hochbetagten über 85 Jahren werde zum Beispiel in Mecklenburg- Vorpommern von derzeit 4 auf 10 Prozent im Jahr 2030 steigen. „Dahinter stecken große Leistungen der medizinischen und sozialen Versorgung“, betonte Scholz.   

Allein die Tatsache, dass immer mehr Menschen immer älter werden, sei eine nie dagewesene gesellschaftliche Errungenschaft. Besonders in Ostdeutschland habe die Lebenserwartung seit der Wende deutlich zugelegt. „1989/1990 war die Differenz zwischen West und Ost am größten. Dann begann ein enormer Aufholprozess“, erklärte Scholz. In Mecklenburg-Vorpommern seien die Zuwächse am stärksten ausgefallen - obwohl die Menschen dort nach wie vor die bundesweit geringste Lebenserwartung hätten.   

Nach Berechnungen des gelernten Mathematikers wurden Männer im Nordosten 1990 durchschnittlich 67,6 Jahre alt, Frauen 75,7 Jahre. Im Jahr 2006 betrugen die entsprechenden Werte 74,3 beziehungsweise 81,1 Jahre. „Die letzte Sterbetafel, die ich gerechnet habe, zeigte:Solche starken Zunahmen in so kurzer Zeit gibt es sonst gar nicht.“  

 Selbst ostdeutsche Regionen mit ähnlichen wirtschaftlichen Strukturschwächen lägen gegenüber Mecklenburg-Vorpommern leicht zurück, sagte Scholz. So wurden Männer in Sachsen-Anhalt 2005 laut MPI-Analysen 74,2 und Frauen im Schnitt 80,8 Jahre alt. Derweil habe Sachsen „sogar schon die meisten West-Länder überholt“.   

Mecklenburg-Vorpommern bleibe dennoch das „Vorreiterland“, in dem sich künftige demografische Trends in Europa bereits abzeichneten. „Wir hatten hier einst die höchste Fruchtbarkeit in Deutschland“, erklärte Scholz. „Die Altersstruktur der Bevölkerung war die jüngste. Und diese Bevölkerung altert nun besonders schnell.“ Die Abwanderung junger Leute verstärke diesen Prozess zusätzlich. „Auch Sachsen- Anhalt wird weiterhin ähnliche Probleme haben. Brandenburg fällt wegen der Ausstrahlung von Berlin auf das Umland etwas heraus.“   

Mit einer „Trendumkehr“ der Alterung sei frühestens in 70 bis 80 Jahren zu rechnen. „Kinder, die Anfang der 1990-er Jahre nicht geboren wurden, ziehen sich durch die ganze Struktur. Aber immerhin kommen diese schwach besetzten Jahrgänge nun langsam ins gebärfähige Alter.“

Jan-Henrik Petermann, dpa

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