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Mitteldeutschland Demografischer Wandel: Freiwillige Feuerwehren in Sachsen drohen auszubluten
Region Mitteldeutschland Demografischer Wandel: Freiwillige Feuerwehren in Sachsen drohen auszubluten
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19:38 13.12.2014
(Symbolfoto) Quelle: Daniel Remler
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Dies führe dazu, dass Wachen geschlossen werden müssten.

Die Aufgaben werden nicht weniger: Feuerwehrleute in Sachsen bekämpfen Brände, helfen bei Unfällen, retten Menschen und leisten bei Katastrophen technische Hilfe. Neben der demografischen Entwicklung plagen den Landesfeuerwehrverband vor allem:

WACHEN: Jedes Jahr müssen Wachen Freiwilliger Feuerwehren geschlossen werden, weil es nicht mehr genügend aktive Einsatzkräfte gibt. Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden versuchen, die Einsatzbereitschaft abzusichern, indem sie mehrere Ortswehren zu einer Gemeindefeuerwehr zusammenlegen. Eine Zwangsfeuerwehr, wie sie dem Gesetz nach einberufen werden könnte, wurde in Sachsen bislang noch nirgendwo eingerichtet.

EINSATZBEREITSCHAFT: Die Einsatzbereitschaft gilt als gewährleistet, wenn auf 80 Prozent des Gemeindegebiets neun Einsatzkräfte 13 Minuten nach Alarmierung am Ereignisort eintreffen. Laut Landesfeuerwehrverband ist dies nicht mehr flächendeckend gegeben. Den traurigen Negativrekord hält nach dessen Angaben Pirna, wo diese Vorgabe nur auf 33 Prozent der Fläche erreicht werden kann.

ABWANDERUNG: Während die Mitglieder der Jugendfeuerwehren trotz Schule und Ausbildung noch meistens in den Wehren gehalten werden können, verlassen viele nach Ende der Lehrzeit den Freistaat. Damit setzt sich ein Problem fort, dass vor einigen Jahren noch stärker ausgeprägt war: Durch beruflich bedingte Wechsel in die alten Bundesländer verloren die Feuerwehren Aktive. Der bittere „Lohn“ damals: Weihnachtspostkarten etwa aus Bayern oder Baden-Württemberg, in denen sich die dortigen Wehren für die gut ausgebildeten Kameraden aus Sachsen bedankten.

TECHNIK: Wenngleich nach 1990 viel in die Ausrüstung der Feuerwehren investiert wurde, gibt es nach Verbandsangaben einen Investitionsstau in Millionenhöhe. Konkrete Zahlen liegen nicht vor, weil diese nicht zentral erfasst werden. Tatsache ist aber, dass manche Wehren noch mit Fahrzeugen des Typs Barkas B 1000 oder Robur LO aus DDR-Zeiten zu Einsätzen ausrücken.

Insgesamt gibt es in Sachsen nach Angaben des Dresdner Innenministeriums rund 2300 Freiwillige Feuerwehren und sieben Berufsfeuerwehren. Die Zahl der aktiven Feuerwehrleute beträgt rund 54.000. Jährlich werden mehr als 45.000 Einsätze zur Brandbekämpfung und technischen Hilfeleistung gefahren. Der Freistaat fördert den Brandschutz und technischen Hilfsdienst nach eigenen Angaben durch zweckgebundene Zuwendungen und die Unterhaltung der Landesfeuerwehrschule Nardt.

2014 stellte Sachsen jeweils 21 Millionen Euro für die Investitionsförderung der Feuerwehren zur Verfügung. Für die Jugendfeuerwehren, die den Hauptanteil an der Nachwuchsgewinnung haben, stehen den Angaben zufolge 400.000 Euro pro Jahr bereit.

lvz

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