Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Demonstrationen zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens im Krieg
Region Mitteldeutschland Demonstrationen zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens im Krieg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:03 11.02.2018
Teilnehmer einer Kundgebung des Bündnises Dresden Nazifrei stehen hinter einem Banner mit der Aufschrift "Täterspuren suchen statt Opfermythen pflegen". Mit mehreren Kundgebungen beginnt am 10. Februar das diesjährige Gedenken an die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg. Quelle: dpa
Anzeige
Dresden

Mehrere Hundert Menschen haben am Samstag dagegen demonstriert, dass Rechte das Gedenken an die Zerstörung Dresdens vor 73 Jahren für sich vereinnahmen. Wie in den Vorjahren hatten sich im Umfeld des Jahrestages Neonazis in der Elbestadt versammelt, um die Luftangriffe britischer und amerikanischer Bomber im Februar 1945 ohne Hinweis auf die Ursachen als "alliierte Kriegsverbrechen" anzuprangern. Dagegen regt sich jedes Jahr Widerstand - beispielsweise beim traditionellen "Mahngang Täterspuren".

Diese vom Bündnis "Dresden Nazifrei" organisierte Demonstration wurde aber kurzfristig verlegt und soll um den 8. Mai nachgeholt werden. Stattdessen gab es eine Kundgebung. Deren Teilnehmer beteiligten sich später am Gegenprotest in Reichweite des rechten Aufmarsches, der nach Angaben der Polizei etwa 500 Menschen zählte.

Die Polizei hatte damit gerechnet, dass Gegendemonstranten den Aufzug der Rechtsextremisten blockierten. Allerdings erwartete man nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre einen friedlichen Verlauf, da auch keine größeren Kundgebungen angemeldet wurden. Bis zum frühen Abend kam es zu keinerlei Zwischenfällen. Ein großes Aufgebot der Polizei sicherte die Demonstrationen ab und verhinderte, dass beide Lager aufeinandertrafen.

2011 war es in Dresden zu massiven Ausschreitungen gekommen, bei denen mehr als 100 Polizisten und bis zu 150 Demonstranten verletzt wurden. Die Polizei hatte im Vorfeld der neuerlichen Veranstaltungen Proteste in Hör- und Sichtweite zugesagt.

Dresden war am 13. Februar 1945 und in den Tagen danach von britischen und amerikanischen Bombern schwer zerstört worden. Bis zu 25.000 Menschen starben. Die Innenstadt versank in Schutt und Asche, nachdem ein durch Brandbomben verursachter Feuersturm wütete. Unter Historikern sind die Bombardements sehr umstritten. Dennoch wird von Fachleuten auch immer wieder darauf verwiesen, dass Dresden keine "unschuldige Stadt" war und beispielsweise einen wichtigen Eisenbahnknotenpunkt darstellte.

In den kommenden Tagen sind weitere Veranstaltungen geplant. Zum Jahrestag selbst bilden die Dresdner am kommenden Dienstag eine große Menschenkette, die auch an der Frauenkirche - einem Symbol der Versöhnung - vorbeigehen soll. Die im Krieg zerstörte Kirche war bis 2005 mit Spenden aus aller Welt wieder aufgebaut worden. Viel Geld stammte aus Großbritannien und den USA. Zum Zeitpunkt des ersten Angriffs läuten dann am späten Abend alle Kirchenglocken in Dresden. Die Frauenkirche lädt zu einer "Nacht der Stille".

LVZ

Das Klima auf Bahnhöfen wird rauer - das ist nicht nur die Einschätzung von Bahnmitarbeitern, sondern zeigt auch die Polizeistatistik. Wie bereiten sich Sicherheitskräfte darauf vor? Ein Besuch beim Training.

10.02.2018

Rund um Ralbitz-Rosenthal im Kreis Bautzen werden immer wieder Schafe gerissen. Eine Bürgerinitiative sammelt Unterschriften zur „Begrenzung der Wolfspopulation“. Sie bekommt dabei auch Unterstützung aus der Politik.

10.02.2018

Schutz oder Schutzgeld? Die Landesregierung sorgt mit ihrem Gesetzesentwurf zur Durchführung des Prostituiertenschutzgesetzes im Freistaat für Gegenwind. Beratungsstellen, Verbände und Initiativen kritisieren den „Hurenpass“, kostenpflichtige Beratungsuntersuchungen und die strenge Sperrgebietsverordnung in Dresden.

09.02.2018
Anzeige