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Mitteldeutschland Deponie Cröbern: Giftstoffe im Italien-Müll waren Entsorgungsgesellschaft bekannt
Region Mitteldeutschland Deponie Cröbern: Giftstoffe im Italien-Müll waren Entsorgungsgesellschaft bekannt
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09:48 21.01.2011
Von Andreas Friedrich
Auf der Deponie Cröbern bei Leipzig wurde italiensischer Giftmüll entsorgt. Quelle: André Kempner
Leipzig

Das bestätigte die Landesdirektion Leipzig der Leipziger Volkszeitung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

"Wir haben selbst keine Stichproben genommen, aber uns alle Analysen der WEV aus den Jahren 2007 und 2008 kommen lassen, die Lieferungen der italienischen Firma Eco Service betreffen", sagte Stefan Barton, Sprecher der Landesdirektion. Dabei sei in einem Fall eine dreifache Überschreitung des Grenzwertes für Arsen aufgefallen. Auch bei Selen und Chlorid habe es unerlaubte Konzentrationen gegeben. Weil die WEV diese Zwischenfälle nicht gemeldet habe, sei ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden. Das ruhe derzeit wegen der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

Das MDR-Magazin Exakt hatte berichtet, dass es bei Arsen zu einer hundertfachen Überschreitung des Erlaubten gekommen sein soll. Insgesamt habe es in acht Fällen Grenzwertüberschreitungen gegeben. Bei den Lieferungen von etwa 2000 Tonnen soll es sich um Raffinerierückstände handeln, die eigentlich durch Eco Service vor der Lieferung nach Leipzig entgiftet werden sollten. Italienische Ermittler hatten durch das Abhören von Telefonaten festgestellt, dass die WEV von den Grenzwertüberschreitungen gewusst haben muss. Die Begleitpapiere sollen manipuliert gewesen sein.

Der Zweckverband Abfallwirtschaft Westsachsen (ZAW) als WEV-Muttergesellschaft verspricht eine lückenlose und vorbehaltlose Aufklärung der Anschuldigungen. "Wir als kommunaler Gesellschafter nehmen die Informationen sehr ernst und werden uns mit der WEV-Geschäftsführung zusammensetzen", sagte ZAW-Geschäftsführer André Albrecht. Falls notwendig würden auch disziplinarische oder anderweitige Maßnahmen eingeleitet.

Andreas Friedrich

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