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Mitteldeutschland Depressionen: Sächsischer CDU-Fraktionschef Kupfer tritt zurück
Region Mitteldeutschland Depressionen: Sächsischer CDU-Fraktionschef Kupfer tritt zurück
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13:32 13.09.2018
Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag, Frank Kupfer, erklärte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz seinen Rücktritt. Quelle: Matthias Rietschel/dpa
Dresden

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im sächsischen Landtag, Frank Kupfer, ist aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Er leide seit langem an wiedekehrenden Depressionen und sei in ärztlicher Behandlung, sagte Kupfer am Donnerstag auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Dresden. Zuvor hatte er die Fraktion in interner Runde über den Schritt informiert.

„Ich bin an einem Punkt angekommen, an dem ich so nicht weitermachen kann. Eine sich lang abzeichnende Entscheidung ist gefallen. Es ist keine leichte Entscheidung. Ich habe sie getroffen, auch auf ausdrückliches Anraten meiner behandelnden Ärztin“, erklärte der 56-Jährige.

„Äußerst belastendes Auf und Ab“

Kupfer konnte bereits Ende vergangenen Jahres für längere Zeit aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten. Seit 21. August war er erneut krankgeschrieben. Er leide an einer rezidivierenden depressiven Störung, gab der gebürtige Torgauer nun bekannt. „Der Verlauf der Krankheit ist ein sehr kräftezehrendes, psychisch äußerst belastendes Auf und Ab“, schilderte er.

Geert Mackenroth, bislang sächsischer Ausländerbeauftragter, soll Kupfers Nachfolger als Fraktionschef werden. Quelle: Arno Burgi/dpa

„Es gibt Phasen, wo man sich gut fühlt und wo man Kraft hat“, sagte Kupfer. „Es gibt Phasen, wo das eben nicht der Fall ist, wo man am liebsten gar nichts mehr hören und gar nichts mehr sehen möchte.“ Er habe sich viele Jahre darum bemüht, dass niemand etwas von seiner Krankheit mitbekommt. „Dieses hat so viel Kraft gekostet, dass ich letztendlich erschöpft bin. Ich kann einfach nicht so weitermachen.“

Nach eigenen Angaben unterzog sich Kupfer mehreren stationären und ambulanten Therapien. „Es gab Phasen von mittlerer und schwerer Depression. Mein psychisches Befinden hat sich in den letzten Monaten leider nicht grundlegend bessern lassen“, so der CDU-Politiker.

Mackenroth soll Nachfolger werden

Als Nachfolger schlugen Kupfer und Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) den 68-jährigen Geert Mackenroth vor. Der frühere Justizminister Mackenroth ist seit 2014 sächsischer Ausländerbeauftragter. Er sei „eine Persönlichkeit, die sowohl im Kabinett Erfahrung hat als auch im Landtag“, sagte Regierungschef Kretschmer. Der Fraktionschef soll am 25. September neu gewählt werden. Jedes Fraktionsmitglied kann einen Vorschlag machen und kandidieren. Es könnten also noch weitere Vorschläge hinzukommen.

Kupfer hatte seit September 2014 die CDU-Fraktion im sächsischen Landtag geführt. Davor war er von 2008 bis 2014 Umwelt- und Landwirtschaftsminister in Sachsen. Sein Mandat als Abgeordneter im Wahlkreis Torgau-Oschatz will Kupfer bis zum Ende der Legislaturperiode im kommenden Jahr behalten. Bei der Wahl im September 2019 werde er aber nicht noch einmal für den Landtag kandidieren.

Kretschmer zeigte sich schwer erschüttert von Kupfers Rücktritt. „Es ist ein besonders trauriger und tragischer Moment in meiner politischen Geschichte“, sagte er. Kupfer habe der Fraktion berichtet, wie er gegen seine Krankheit gekämpft und dann beschlossen habe, dass es nicht mehr gehe. Er stellte Kupfers Verhalten als beispielhaft dar. „Man muss sich der Sache stellen, man muss darüber sprechen, es gibt immer einen Ausweg“, sagte Kretschmer.

Von nöß/dpa/LVZ

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