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Mitteldeutschland Wie viel ein Sachse für Reisen ausgibt
Region Mitteldeutschland Wie viel ein Sachse für Reisen ausgibt
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13:29 11.03.2018
Die Seele baumeln lassen in der Hängematte am Baggersee, Sonne tanken am Ostseestrand von Warnemünde oder Städtetrip nach Lissabon: Die Sachsen verreisen gern und geben dafür über 9,9 Milliarden Euro pro Jahr aus.  Quelle: dpa
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Leipzig

Die Sachsen geben pro Jahr zusammen mehr als 9,9 Milliarden Euro fürs Reisen aus. Neben Pauschalurlauben sind auch Städtetrips, Radtouren oder Landpartien mit eingerechnet. Das geht aus Daten hervor, die das Pestel-Institut für die Initiative „Auf Zukunft gebucht“ der Tourismuswirtschaft ausgewertet hat. Die Pro-Kopf-Ausgaben für den Tourismus – vom Kind bis zum Senior – betragen im Freistaat rund 2400 Euro im Jahr. Am höchsten sind sie mit 2700 Euro im Kreis Meißen. Die Dresdner dagegen leisten sich mit durchschnittlich 2300 Euro pro Kopf und Jahr von allen Sachsen am wenigsten.

„Egal, ob es der Flug zur Ferieninsel oder das Essen am Urlaubsort ist: Rund 17 Prozent von dem Geld, das die Sachsen ausgeben, fließt in den Tourismus. Zum Vergleich: Zwölf Prozent sind es für Nahrungsmittel“, sagt Matthias Günther. Für den Leiter des Pestel-Instituts ist der Tourismus damit „ein starker Wirtschaftsfaktor – auch deshalb, weil drei Viertel der Ausgaben in Deutschland bleiben“. Das zeige, dass die Bundesrepublik als Reiseziel nach wie vor hoch im Kurs stehe.

Bundesweit liegt Sachsen bei den Ausgaben auf dem Niveau von Thüringen, Niedersachsen, Bremen oder Brandenburg. Am unteren Ende rangiert Mecklenburg-Vorpommern. In Hessen, Rheinland-Pfalz oder Nordrhein-Westfalen liegen die Ausgaben zwischen 3000 und 3500 Euro pro Kopf und Jahr. Spitze sind Bayern und Baden-Württemberg mit bis 4000 Euro und mehr.

Die Deutschen zieht es in diesem Jahr wieder dorthin, wo Strände sind und die Sonne scheint: Bei Langstrecken bedeutet das vor allem Thailand, Mauritius und die Dominikanische Republik, bei Kurz- und Mittelstrecken werden Mallorca, Gran Canaria oder Fuerteventura nachgefragt. Das hat das Reiseportal Opodo ermittelt. Wieder im Kommen ist die Türkei als Reiseziel. Laut dem Touristikkonzern Tui zählt das Land mit einem Buchungsplus von 70 Prozent zum Saisonauftakt nach zwei rückläufigen Jahren wieder zu den Favoriten deutscher Urlauber. Ein besonders starkes Wachstum verzeichnet auch Nordafrika. Ägypten legt um 58 Prozent zu, Tunesien sogar um 125 Prozent. Trotz dieses Comebacks der nordafrikanischen Ziele bleibt laut Tui die Nachfrage nach Spanien ungebrochen hoch.

Bei den Städtezielen ist New York der Spitzenreiter bei deutschen Reisenden, gefolgt von den Wüstenmetropolen Dubai und Abu Dhabi, dann Marrakesch und Lissabon. Stark im Kommen ist Campingurlaub. Im vergangenen Jahr verbrachte ein Drittel der deutschen Camper ihren Urlaub im Heimatland, wie der ADAC mitteilt. Es folgten Italien, Kroatien, Frankreich und Spanien.

Die Attraktivität des Tourismus im eigenen Land ließe sich noch steigern, meint Michael Rabe, Generalsekretär beim Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft. „Es ist nicht einzusehen, warum frisch zubereitetes Essen in Restaurants nicht geringer besteuert wird – nämlich mit sieben statt der bislang fälligen 19 Prozent Mehrwertsteuer.“ Bei fertigen Produkten aus dem Supermarkt- regal oder von der Ladentheke in Bäckereien und Metzgereien, die „auf die Hand“ verkauft werden, sei das völlig normal. Hier werde mit zweierlei Maß gemessen. Rabe kritisiert ferner die Luftverkehrssteuer, die Deutschland im Alleingang erhebe.

Falsch sei es auch, dass heimische Reiseveranstalter für jedes angemietete Hotelzimmer eine „Urlaubssteuer“ (konkret: gewerbesteuerliche Hinzurechnung) an den Fiskus in Deutschland bezahlen müssten. Und das bei jeder Pauschalreise – egal, ob nach Mallorca oder in die Dominikanische Republik. Damit müsse Schluss sein, da dies massiv den Wettbewerb verzerre, sagt Rabe. Denn Hotel-Portale zum Beispiel zahlten diese Extra-Steuer für den Urlaub nicht. Selbst dann nicht, wenn sie im deutschen Markt aktiv seien.

Von Andreas Dunte

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