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Deutsch-Russische Rohstoffuniversität geplant - Studium in Freiberg und St. Petersburg

Deutsch-Russische Rohstoffuniversität geplant - Studium in Freiberg und St. Petersburg

Deutschland und Russland wollen Rohstoffexperten künftig an einer gemeinsamen Universität ausbilden. Noch in diesem Jahr soll dazu eine Absichtserklärung unterzeichnet werden, teilte der Rektor der Freiberger Bergakademie, Bernd Meyer, am Mittwoch mit.

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Blick auf das Lehrbergwerk „Reiche Zeche“ der Technischen Universität Freiberg in Sachsen, aufgenommen am 10.09.2009. Die Bergakademie Freiberg besitzt als einzige Universität der Welt ein eigenes Bergwerk.

Quelle: dpa

Freiberg. Hinter dem Projekt stehen die beiden ältesten montanwissenschaftlichen Universitäten der Welt: Die St. Petersburger Bergbauuniversität feiert in diesem Jahr ihren 240. Geburtstag, die Freiberger Bergakademie wird in zwei Jahren 250 Jahre alt.

Nach den Worten von Meyer wird es keine Universität im klassischen Sinn. Vielmehr werde die Einrichtung bei den beiden Partnern etabliert. Geplant sind trilinguale Studiengänge in Deutsch, Russisch und Englisch. Die Studenten werden semesterweise in Freiberg und St. Petersburg studieren. Prognosen zu Kosten und Zeiträumen wollte Meyer nicht wagen. „Wir reden derzeit mehr über Inhalte, als über Baukosten.“ In Freiberg werde aber auf alle Fälle etwas gebaut werden müssen. Bei der Finanzierung soll auch die Wirtschaft eine entscheidende Rolle spielen, hieß es.

Meyer verwies darauf, dass es im Gegensatz zu Joint Ventures derzeit in der Wissenschaft noch kein Joint Development mit Russland gebe. Bisher sei noch keine Form gefunden, wie man gemeinsam mit russischen Wissenschaftlern Technologieentwicklung betreiben könne. Auch das solle die gemeinsame Uni bewirken. Meyer warb ausdrücklich für eine „Rohstoffwende“ und die Ressourcenforschung. Das Thema klinge derzeit nicht sehr sexy. Freiberg fühle sich jedoch in der Pflicht, es global zu behandeln. Die Branche sei dringend auf Spitzenleute angewiesen.

Nach Angaben Meyers kommt es darauf an, ein nachhaltiges Denken bei Rohstoffen zu erreichen. Dies sei ein Jahrhundertthema. „Wie kann der Planet erhalten werden“, nannte der Rektor die zentrale Frage. Zugleich verwies er auf den „Rohstoffappetit“ der Menschen. Jeder Bundesbürger verbrauche im Laufe seines Lebens 165 Tonnen Braunkohle, 100 000 Kubikmeter Erdgas, 93 Tonnen Erdöl, 40 Tonnen Stahl, 1,7 Tonnen Aluminium und 1,3 Tonnen Kupfer. Wenn der Verbrauch weltweit so wäre, würde die Erde das nicht verkraften. Auch der normale Verbraucher könne etwas beitragen und Verzicht üben, ohne dass grundlegende Bedürfnisse auf der Strecke blieben.

An der Bergakademie begannen am Mittwoch die Feiern zur Gründung vor 250 Jahren. Die Zeit bis zum Jubiläum 2015 will die Uni nutzen, um mit Konferenzen und anderen Veranstaltungen einen internationalen Diskurs um Rohstoffe und ein nachhaltiges Wirtschaften zu führen. Sachsens Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) pries die Bergakademie als „Diamant im Schatzkästchen“ der sächsischen Wissenschaft. Ihre Schwerpunkte würden auf die wichtigsten globalen Fragenstellungen der nächsten Jahrzehnte treffen - Energie, Rohstoffsicherung und Umgang mit Ressourcen.

dpa

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