Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Deutsche Einheit: Jeder zweite Ossi sieht sich als Gewinner - 24 Seiten Sonderbeilage
Region Mitteldeutschland Deutsche Einheit: Jeder zweite Ossi sieht sich als Gewinner - 24 Seiten Sonderbeilage
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:49 02.10.2014
Quelle: Patrick Moye
Anzeige
Leipzig

Die Meinungsforscher haben zum "Leben im Osten" im Juni und Juli 1573 Ostdeutsche befragt. Die Studie gilt damit als eine der wichtigsten und umfassendsten Analysen der vergangenen Jahre.

Demnach fühlt sich allerdings auch fast jeder vierte Ostdeutsche (23 Prozent) nach der Wiedervereinigung als Verlierer, 27 Prozent machten zu dieser Frage keine Angabe. Bei den Gründen, warum sie sich als Gewinner der Einheit sehen, nannten 85 Prozent der Befragten die gewonnene Reisefreiheit und 67 Prozent die freie Meinungsäußerung.

Weit über die Hälfe der Ostdeutschen (61 Prozent) wertet die Wiedervereinigung als Erfolgsgeschichte, für fast jeden zweiten (40 Prozent) haben sich die Hoffnungen, die mit der Wiedervereinigung vor 24 Jahren verbunden waren, erfüllt. Jeder vierte gab dagegen an, dass dies nicht der Fall sei.

Die allgemeine wirtschaftliche Lage wird von den Ostdeutschen zunehmend besser beurteilt. So bewerteten sie 18 Prozent als sehr gut oder gut, 61 Prozent mit teils gut, teils schlecht. Damit stimmen die Ostdeutschen mit den Westdeutschen weitestgehend überein.

Wirtschaftsliche Lage: Berlin vorn - Sachsen-Anhalt

ist Schlusslicht

Allerdings gibt es zwischen Zinnowitz und Zittau teils erhebliche regionale Unterschiede. So ist Ost-Berlin mit 39 Prozent Spitzenreiter in der positiven Wirtschaftsbewertung, gefolgt von Thüringen (37 Prozent) und Sachsen (31 Prozent).

Schlusslicht ist hingegen Sachsen-Anhalt, wo lediglich neun Prozent der Bevölkerung eine sehr gute wirtschaftliche Lage sehen. Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg liegen dagegen im ostdeutschen Durchschnitt. Jeder Zweite im Osten schätzt seine berufliche Perspektive als gut ein.

Verglichen mit Allensbach-Umfragen in den alten Bundesländern gibt es eine große Ost-West-Übereinstimmung, wenn es um wichtige Lebensfaktoren geht. Ausreichend Geld (80 Prozent Ost, 81 Prozent West), die eigene Familie (79/79), gute Freunde (63/66) und der eigene Partner (62/63) sind die vier entscheidenden Punkte, die bei allen Deutschen in der persönlichen Werteskala ganz oben in der Rangliste stehen.

Auch bei den Sorgen gibt es nur marginale Unterschiede. Das Gros in Ost und West (61 Prozent) hat Angst vor der eigenen Pflegebedürftigkeit, nur die Sorge um die zunehmende Kriminalität übertrifft dies noch.

24 Jahre nach der deutschen Einheit halten sich die berühmt-berüchtigten Vorurteile zwar weiterhin auf beiden Seiten. So schätzen weit mehr als die Hälfte der Ostdeutschen den Wessi nach wie vor als arrogant und geldgierig ein, während die Hälfte der Westdeutschen im Ossi ein mehrheitlich unzufriedenes und misstrauisches Wesen sieht. Immerhin: Zwei Drittel (65 Prozent) der Ostdeutschen findet die Bezeichnung "Ossi" nicht so schlimm, mehr als jeder zweite Ostdeutsche gibt sogar an, dass er die Begriffe "Ossi" und "Wessi" im Alltag für sich nutzt.

In der Leipziger Volkzeitung und dem E-Paper vom Donnerstag: 24 Seiten "Leben im Osten" extra

André Böhmer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sachsen zahlt weiterhin Millionensummen für seine frühere Landesbank. Im dritten Quartal dieses Jahres überwies das Land aus dem dafür vorgesehenen Garantiefonds weitere rund 28,6 Millionen Euro an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), wie das Finanzministerium am Mittwoch in Dresden mitteilte.

01.10.2014

Erstmals ist der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) mit dem tschechischen Präsidenten Milos Zeman zusammengekommen.„Es war ein sehr lockeres, aber trotzdem in der Sache ernstes Gespräch“, sagte Tillich in Prag.

01.10.2014

Wie geht Deutschland mit Flüchtlingen um? Nach den Vorfällen in nordrhein-westfälischen Asylbewerberheimen, deren Betreiber auch in Sachsen aktiv ist, äußert sich nun Martin Gillo (CDU).

01.10.2014
Anzeige