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Mitteldeutschland Deutsche legen weniger Geld zurück – Sachsen haben kaum Reserven
Region Mitteldeutschland Deutsche legen weniger Geld zurück – Sachsen haben kaum Reserven
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19:38 27.10.2015
Die Deutschen legen immer weniger Geld zurück, besonders im Osten bleiben die Sparschweine hungrig. Quelle: dpa
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Leipzig/Berlin

Der Blick ins Portemonnaie stimmt die Bundesbürger im Moment recht positiv. 90 Prozent bewerten ihre finanzielle Situation einer Umfrage des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) zufolge als gut bis mittelmäßig, nicht einmal jeder Zehnte als schlecht. Trotzdem sehen die Sparkassen Grund zur Sorge: Denn fast ein Viertel der Deutschen spart inzwischen überhaupt nicht mehr.

Verbandspräsident Georg Fahrenschon warnte am Dienstag in Berlin: „Auf keinen Fall sollte man sein Einkommen zu 100 Prozent auf den Kopf hauen.“ Insgesamt habe sich das Sparverhalten der Deutschen aber leicht verbessert, sagte Fahrenschon: „Sparen ist nicht aus der Mode gekommen - aber auch dringend nötig.“

Wie eine regionale Aufschlüsselung der Daten zeigt, ist die Sparquote vor allem in den wirtschaftlich starken Ländern Baden-Württemberg (10,8 Prozent), Bayern (10,5 Prozent) und Hessen (10,3 Prozent) hoch. Im Osten legen die Menschen einen wesentlich kleineren Anteil des Einkommens zurück. Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern mit nur 5,4 Prozent. Sachsen – das sich gern als wirtschaftlichen Leuchtturm des Ostens präsentiert – landet auf Platz 15. Im Freistaat ging die Quote von 6,4 Prozent im Jahr 2012 auf 6,2 Prozent im darauffolgenden Jahr zurück.

Der Umfrage zufolge hat sich jeder fünfte Bundesbürger zuletzt beim Geldausgeben eingeschränkt. Einen Widerspruch zur Einschätzung von Ökonomen, nach der gerade die Kauflust der Verbraucher die deutsche Wirtschaft derzeit antreibt, sah Fahrenschon nicht. Vor allem Geringverdiener und ältere Menschen mit wenig Vermögen hätten ihren Konsum eingeschränkt. Ihre Ausgaben fallen vergleichsweise gering ins Gewicht.

Menschen sorgen zu wenig fürs Alter vor

Sorge mache vor allem, dass immer weniger Menschen regelmäßig fürs Alter vorsorgten, sagte Fahrenschon. 40 Prozent der Deutschen gehören der Umfrage unter 1900 Menschen zufolge zu den absoluten Vorsorge-Verweigerern. 2013 lag dieser Wert noch bei 32 Prozent. Für die Zeit nach dem Berufsleben legen sie überhaupt nichts regelmäßig zurück. „Da reißt eine Versorgungslücke auf“, warnte der Verbandspräsident. Durch ausbleibende Zinseszinseffekte werde sich diese in den kommenden Jahren noch vergrößern.

Auf die niedrigen Zinsen reagierten die privaten Haushalte insgesamt sehr abgeklärt, sagte Fahrenschon. So nähmen sie beispielsweise kaum mehr Kredite auf, nur weil die Konditionen günstig seien. Viele in der mittleren Einkommensschicht setzten aber weiterhin auf klassische Anlageformen, mit denen man derzeit wenig Vermögen aufbauen könne. Die Sparkassen fordern politische Anreize fürs Sparen auch mit unteren und mittleren Einkommen. Die klassischen Instrumente wie vermögenswirksame Leistungen müssten wiederbelebt und Wertpapiersparen erleichtert werden.

Von lvz/joka

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