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Mitteldeutschland Diakonie: Immer mehr Menschen mit psychischen Erkrankungen
Region Mitteldeutschland Diakonie: Immer mehr Menschen mit psychischen Erkrankungen
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22:32 09.10.2017
Immer mehr Menschen wenden sich mit psychischen Problemen an die Diakonie. (Symbolbild) Quelle: dpa
Radebeul

In Sachsen suchen immer mehr Menschen mit psychischen Erkrankungen Hilfe bei der Diakonie. Zwischen 2012 und 2016 stieg ihre Zahl um 20 Prozent, teilte der soziale Dienst der evangelischen Kirche am Montag in Radebeul mit. Insgesamt meldeten sich im Vorjahr in den 18 psychosozialen Kontakt- und Beratungsstellen der sächsischen Diakonie 2528 Frauen und Männer, die dann zu reichlich 6000 Terminen erschienen. Etwa 60 Prozent des Klientels seien Frauen, hieß es. In acht Prozent der Fälle hätten Angehörige Erkrankter um Rat gesucht.

"Arbeitsverdichtung, höher werdender Stress und eine unausgeglichene Work-Life-Balance begünstigen psychische Erkrankungen", erklärte die zuständige Diakonie-Referentin, Roswitha Mildner. Obwohl die Sensibilität für psychische Probleme insgesamt gestiegen und eine psychische Störung heutzutage längst kein Einzelschicksal mehr sei, würden Betroffene nach wie vor stigmatisiert. In Deutschland gebe es einen exorbitanten Anstieg von Fehltagen wegen psychischer Erkrankungen - in den vergangenen elf Jahren um mehr als 97 Prozent. Sie seien inzwischen häufigste Ursache für eine Frührente.

Am Dienstag wird der Welttag der seelischen Gesundheit begangen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat ihn unter das Motto "Mental Health in the Work Place" gestellt. Die Diakonie ermunterte die Landkreise und Kommunen, in ihrem Engagement für die Betroffenen nicht nachzulassen und Beratungsstellen ausreichend zu finanzieren.

LVZ

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