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Mitteldeutschland Die Leipziger Messe boomt und investiert zehn Millionen Euro
Region Mitteldeutschland Die Leipziger Messe boomt und investiert zehn Millionen Euro
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21:00 28.11.2018
Die Leipziger Messe investiert kräftig – auch in die Glashalle. 22 Jahre nach der Eröffnung muss der Rostschutz erneuert werden. Quelle: Volkmar Heinz
Leipzig

Die Leipziger Messe macht sich mit einem millionenschweren Investitionsprogramm fit für die Zukunft. „Wir werden in den nächsten fünf Jahren einen gut zweistelligen Millionenbetrag investieren, um unsere Stärken weiter auszubauen und uns für die Zukunft zu rüsten“, kündigte Messe-Chef Martin Buhl-Wagner an.

Die mehr als zehn Millionen Euro sollen in neue Messeformate fließen, eine Digitalisierungsoffensive – und auch in die Infrastruktur auf dem Messegelände im Leipziger Norden. Das ist ein großes Paket“, erklärte Buhl-Wagners Mit-Geschäftsführer Markus Geisenberger .

Konkret geplant ist etwa, das Messegelände bis 2023 komplett barrierefrei und damit auch rollstuhlgerecht zu gestalten. Am Besucherplatz, der bisher nur über eine steile Treppe mit den Messehallen verbunden ist, plane man daher Aufzüge, die den Besuchern den bisher nötigen Treppenaufstieg ersparen, kündigte Geisenberger an. Zudem soll es ein neues Parkleitsystem geben und mehr Lagerflächen für die Aussteller.

„Und wir wollen das gesamte Areal mit digitaler Beschriftung versehen. Hier wolle wir Vorreiter sein.“ Und auch klassische Instandhaltungsarbeiten stehen an. So müsse demnächst der Rostschutz an der vor 22 Jahren eröffneten Glashalle erneuert werden, sagte Buhl-Wagner.

Mehrere Millionen will die Messe auch in den weiteren Ausbau des Veranstaltungsangebots stecken. „Das ist sogar der wichtigste Teil unseres Investitionspaketes“, sagte Geisenberger. „Dabei geht es sowohl um Eigenentwicklungen, als auch um Zukäufe etablierter Formate.“

Erster konkreter Neuzugang wird die Musik-Erlebnismesse Musicpark Anfang November 2019. Ansonsten dürften vor allem Fachausstellungen hinzukommen. Die sind wegen der speziellen Zielgruppe leichter auf die Beine zu stellen – und bringen auch höhere Standmieten.

Ihre Pläne, eine neue Auto-Messe als Ersatz für die 2014 eingestellte AMI ins Leben zu rufen, hat die Messe aber inzwischen beerdigt. „Als eigenständige Veranstaltung bring das nicht genug Volumen“, sagte Buhl-Wagner. „Dafür fehlt die kritische Masse.“

Noch vor einem Jahr hatte Buhl-Wagner angekündigt, schon 2018 eine neue Auto-Messe an den Start zu schicken. Weil sich zu wenige Aussteller fanden, wurde daraus dann aber nur eine Sonderschau im Rahmen der Verbrauchermesse „Haus­ – Garten – Freizeit“. Dabei soll es nun auch bleiben.

Und die Reiseschau Touristik & Caravaning, die seit 1990 als Fremdveranstaltung stattfindet und gerade einen neuen Betreiber suchte? Man habe durchaus diskutiert, selbst einzusteigen, sagte Buhl-Wagner.

Doch am Ende habe man der Messe Stuttgart den Vortritt gelassen, die nun als Mieter in Leipzig auftritt. „Die haben in diesem Bereich einfach mehr Erfahrung. Und Leipzig als Veranstaltungsort ist ja weiter gesetzt.“

Im Gegenzug bauen auch die Leipziger ihr Engagement an anderen Messestandorten aus. Die neue Fachmesse für betriebliches Gesundheitsmanagement BGMpro, die Mitte November Premiere hatte, erhält im nächsten Jahr einen Ab­leger in Köln.

Und die Gesundheitsleitmesse Therapie, die in diesem Jahr schon in Bochum zu Gast war, bekommt eine Schwesterveranstaltung in Hamburg, die die Leipziger zusammen mit der dortigen Messegesellschaft veranstalten.

Mit dem zu Ende gehenden Jahr 2018 zeigte sich Buhl-Wagner bereits jetzt zufrieden. „Noch ist das Jahr nicht zu Ende, aber wir gehen davon aus, dass es ein sehr erfolgreiches Jahr war und wir unser eigenes Umsatzziel übertreffen.“ Eine genaue Zahl wollte er noch nicht nennen.

Dem Vernehmen nach dürfte der Umsatz aber über den 87 Millionen Euro des Vorjahres liegen. 2016 waren es wegen einiger Sondereffekte aber sogar noch zehn Millionen Euro mehr gewesen.

Zuversichtlich blickt Buhl-Wagner auch auf das kommende Jahr. Die „Partner Pferd“ im Januar sei bereits komplett ausgebucht und für die „Haus­ – Garten – Freizeit“, die Ende Februar ihre Tore öffnet, habe man einen „ausgezeichneten Buchungsstand“.

Bei den Industriemessen Intec und Z Anfang Februar werde sogar schon der Platz knapp, fügte Geisenberger hinzu Mit bisher 1300 Anmeldungen sei man bereits fast ausgebucht. „Wir haben da schon Flächenprobleme, so enorm ist der Zuspruch.“

Von Frank Johannsen

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