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Die Sachsen sind in Kauflaune - kein Ostdeutscher gibt mehr Geld aus

Die Sachsen sind in Kauflaune - kein Ostdeutscher gibt mehr Geld aus

Die Sachsen gönnen sich etwas: In Ostdeutschland wird pro Einwohner nirgendwo so viel Geld ausgegeben wie im Freistaat. Laut dem Statistischen Landesamt hat jeder Sachse im Jahr 2011 genau 16017 Euro - aktuellere Zahlen gibt es nicht - für den privaten Konsum verwendet.

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Die Sachsen geben gerne Geld aus. Foto: Mascha Brichta

Quelle: dpa

Kamenz. Im Gegenzug ist die Sparquote abermals gesunken.

"Man belohnt sich und legt das Geld lieber in Dingen an, die einem wertvoll sind, als es auf die Bank zu bringen, bei der es momentan nur wenig Rendite gibt", erklärt Wolfgang Adlwarth, Verbrauchsexperte bei der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), den sächsischen Trend zum Geldausgeben. Hoch im Kurs stehen dabei Inneneinrichtungen jeder Art: Denn es wird so viel renoviert wie lange nicht - und damit verbunden sind Anschaffungen wie Einbauküchen, Möbel, Fernseher oder Heim-Kino. "Wir erleben hier einen regelrechten Boom. Die Ausgaben bewegen sich auf einem historisch hohen Niveau", stellt der Konsumforscher fest.

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In den Zahlen des Statistischen Landesamtes liest sich dieser Boom so: Im Jahr 2011 hat jeder Sachse 16017 Euro und damit genau 484 Euro (3,1 Prozent) mehr ausgegeben als im Jahr zuvor - insgesamt kamen 66,3 Milliarden Euro zusammen, die in den privaten Konsum gesteckt wurden. Im ostdeutschen Vergleich (einschließlich Berlin) liegen die kauflustigen Sachsen deshalb an der Spitze, kommen aber nur auf 88 Prozent des bundesweiten Pro-Kopf-Durchschnitts. Und noch drei Zahlen: Die Sachsen haben im Jahr 2011 nur noch 7,8 Prozent ihres Einkommens beziehungsweise 1348 Euro pro Person auf die hohe Kante gelegt, was einem Rückgang von knapp sieben Prozent zu 2010 entspricht. Im globalen Vergleich sind die Deutschen wie auch die Sachsen aber immer noch die Sparweltmeister.

Der aktuelle Hang zum Geldausgeben ist offenbar eine Spätfolge der Finanzkrise. "In konjunkturell schwachen Zeiten wird die Spartätigkeit in der Regel vermindert, da die privaten Haushalte bestrebt sind, ihr Konsumniveau zu halten. Hinzu kommen die seit der Krise 2009 wenig renditekräftigen Anlagemöglichkeiten und die niedrige Inflationsrate", macht Udo Ludwig, Konjunkturspezialist am Institut für Wirtschaftsforschung Halle, klar. Auch Joachim Ragnitz, Direktor des ifo-Instituts in Dresden, sieht in der Krise die entscheidende Erklärung: "Wenn die Leute keine Zinsen bekommen, geben sie das Geld lieber aus. Außerdem sind die Löhne im ostdeutschen Vergleich in Sachsen am höchsten." Hinzu kommt, so Ragnitz, der demografische Faktor: Die Menschen werden älter - Rentner sparen weniger, sondern investieren ihr Erspartes in ein gutes Leben.

Dieses "gute Leben" ist eine Tendenz, die sich allerdings durch alle Altersgruppen zieht. Zwar machen die Wohnausgaben (Mieten, Hauskredite, Strom) mit gut einem Drittel immer noch den größten Posten in der Haushaltskasse aus, gefolgt von Nahrungsmitteln und Auto (jeweils 15 Prozent). Doch die Ausgaben für die kleinen Vergnügen des Alltags nehmen stetig zu. So liegen die Sachsen bei den Ausgaben für Kultur, Freizeit (allem voran: Kino) sowie Pauschal- und Kurzreisen teilweise deutlich über dem Bundesdurchschnitt; im Gastrogewerbe wie auch im Wellnessbereich sind zumindest Zuwächse zu verzeichnen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.05.2013

Andreas Debski

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