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Mitteldeutschland Doppelausstellung würdigt Luthers Weggefährten Georg Spalatin in Altenburg
Region Mitteldeutschland Doppelausstellung würdigt Luthers Weggefährten Georg Spalatin in Altenburg
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15:35 17.05.2014
Rote Spitzen in Altenburg (Archivbild) Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Anlass war die Eröffnung der Ausstellung „Georg Spalatin - Steuermann der Reformation“, die am Sonntag regulär für Besucher öffnet.

Die Schau im Residenzschloss und der Kirche St. Bartholomäi zeigt mehr als 300 Objekte, darunter eine lateinische Bibel aus dem Besitz Spalatins sowie Original-Bände der Geschichte der Sachsen und Thüringer, die der Theologe im kurfürstlichen Auftrag um 1515/1517 verfasst hatte. Sie sind mit rund 1800 kolorierten Federzeichnungen aus der Cranach-Werkstatt illustriert. Es ist den Angaben nach das erste Mal seit der Reformation vor fast 500 Jahren, dass sich ein so umfangreiches Ausstellungsprojekt dem Leben und Wirken Georg Spalatins widmet.

Spalatin sei Vermittler zwischen Kurfürst Friedrich III. und Luther gewesen und damit zwischen weltlicher Macht und geistiger Erneuerung, erläuterte Lieberknecht. „Reformation ist Politik“, betonte die Landesbischöfin der evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann. Daher habe christlicher Glaube politische Konsequenzen. Die Gesellschaft brauche Menschen, die sich aus der Freiheit des Glaubens heraus engagierten, die darauf achteten, wenn die Würde von Menschen missachtet werde, hob Junkermann hervor. Als Beispiel nannte sie den Einsatz für Flüchtlinge.

Nach den Worten von Kultusminister Christoph Matschie (SPD) ist die Spalatin-Ausstellung einer der Höhepunkte im Themenjahr „Reformation und Politik“. Unter Spalatins Regie, der erster Superintendent in Altenburg war, sei die Grundlage für ein öffentliches Bildungswesen gelegt und eine moderne Verwaltungsstruktur geschaffen worden, erklärte Matschie. Dies sei Vorbild für die protestantischen Länder gewesen.

Das Ministerium unterstützt die Doppel-Ausstellung mit 266 000 Euro. Spalatin hieß eigentlich Georg Burkhardt, hatte sich aber nach seinem Geburtsort Spalt bei Nürnberg umbenannt. Er studierte in Erfurt und Wittenberg und brachte mit seinem diplomatischen Geschick Luthers reformatorisches Wirken entscheidend voran. Zu seinen geheimen Missionen gehörte etwa Luthers Aufenthalt auf der Wartburg, wo der Reformator das Neue Testament der Bibel ins Deutsche übersetzte.

dpa

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