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Mitteldeutschland Drei sächsische Forschungscluster in Exzellenzinitiative 2019
Region Mitteldeutschland Drei sächsische Forschungscluster in Exzellenzinitiative 2019
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22:21 27.09.2018
Das Zentrum für Regenerative Therapien wurde 2013 ins Exzellenzcluster aufgenommen. (Archiv) Quelle: dpa
Bonn/Dresden

Drei Forschungscluster in Sachsen haben es in einem harten Wettbewerb in die neue Exzellenzinitiative von Bund und Ländern geschafft. Die Projekte „Physik des Lebens“, „Komplexität und Topologie in Quantenmaterialien“ und „Zentrum für taktiles Internet“ der Technischen Universität Dresden gehören zu 57 Vorhaben, die 2019 bis 2025 an deutschen Hochschulen gefördert werden, wie das Wissenschaftsministerium in Dresden nach Bekanntgabe durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und den Wissenschaftsrat in Bonn mitteilte. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) sprach von einer „außerordentlichen Leistung“.

Drei weitere Anträge der TU sowie einer von der Universität Leipzig wurden nicht zur Förderung empfohlen.

Beleg für Qualität

Stange wertete den Erfolg als Beleg für die hohe Qualität der Forschung an der TU Dresden. „Exzellente Bedingungen ermöglichen exzellente Forschung“, sagte sie. Die 39 internationalen Gutachter bescheinigten den erfolgreichen Anträgen laut Stange, „dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit neue, zum Teil weltweit bahnbrechende Erkenntnisse“ liefern werden. „Das ist eine hervorragende Prognose und zugleich auch eine Herausforderung.“ Stange sagte der TU die Kofinanzierung der Forschungscluster wie vereinbart zu.

TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen sprach von einer „hervorragenden Leistung“ und sieht die Hochschule als eine der forschungsstärksten Unis bundesweit bestätigt. Die Förderung für die neuen Projekte liegt laut Ausschreibung der DFG bei jeweils bis zu 10 Millionen Euro. Nächstes Ziel sei die weitere Förderung als Exzellenzuniversität, sagte Müller-Steinhagen. Der Antrag dazu müsse bis 10. Dezember eingereicht werden, am 19. Juli 2019 falle die Entscheidung. Die TU Dresden ist seit 2012 die einzige Exzellenzuni im Osten.

Sie habe mit diesem Ergebnis eine sehr gute Ausgangsbasis für ihre Bewerbung als Exzellenzuniversität erarbeitet, sagte Stange. Dafür sei der Erfolg von mindestens zwei Clustern nötig gewesen. Nun komme es darauf an, dass sie ihren Spitzenplatz unter den bundesdeutschen Universitäten behauptet.

Kritik an Exzellenzstrategie

Die Ministerin bedankte sich bei allen Wissenschaftlern, die Forschung in den anderen Bereichen werde fortgesetzt. „Die außergewöhnlichen Anstrengungen der vergangenen Monate haben sich heute ausgezahlt“, gratulierte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). Der Aufbau der neuen Cluster stärke die Spitzenforschung in der Stadt weiter und beflügele den gesamten Wissenschaftsstandort.

Für die 57 aus 88 Anträgen ausgewählten Cluster werden nach Ministeriumsangaben insgesamt rund 385 Millionen Euro, je zwischen drei und zehn Millionen Euro, pro Jahr zur Verfügung gestellt. Für acht bis elf Exzellenzuniversitäten bundesweit gibt es rund 148 Millionen Euro jährlich.

Der Studentenrat kritisierte Ausrichtung und Wirkung der Exzellenzstrategie. „Der schöne Name täuscht über Missstände hinweg, die es auch an Deutschlands vermeintlichen Eliteuniversitäten seit Jahren gibt“, sagte Geschäftsführer Fabian Köhler. Dazu gehörten überfüllte Hörsäle, zu wenig und dauerbefristetes Personal und Gebäude, in die es hineinregne. Es bestehe akuter Investitionsstau und mangele an ausreichender Finanzierung. Lehre als eine der Hauptaufgaben der Unis brauche einen viel höheren Stellenwert. „Eine Spitzenförderung darf die Breitenförderung nicht ersetzen, sondern höchstens ergänzen.“

Von LVZ

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