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Mitteldeutschland Dresdner IHK-Chef lässt nach Stasi-Vorwürfen Amt ruhen
Region Mitteldeutschland Dresdner IHK-Chef lässt nach Stasi-Vorwürfen Amt ruhen
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11:34 27.11.2009
Hartmut Paul, Präsident der IHK Dresden
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Dresden

Die Kammer solle sich erst einmal einen Überblick verschaffen. Das werde mit „voller Akteneinsicht“ einhergehen, sagte Paul. Die Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) forderte unterdessen, dass die IHK Paul entlässt.

Die „Sächsische Zeitung“ hatte am selben Tag berichtet, Paul sei laut Birthler-Behörde seit den 60er Jahren bei der DDR- Staatssicherheit erst als „geheimer Informator“, dann als inoffizieller Mitarbeiter mit dem Decknamen „Lerche“ geführt worden. Er habe weder von diesem Namen noch von diesem Status gewusst, sagte Paul. „Ich habe mit der Stasi gearbeitet, aber nicht für sie“, fügte er mit Verweis auf seine damaligen und späteren Tätigkeiten an. Paul hatte nach 1974 unter anderem als Direktor des Restaurants im Berliner Fernsehturm gearbeitet. Dort sei es zur Zusammenarbeit mit der Stasi gekommen, sagte Paul.

Erstmals angesprochen worden auf eine Kooperation sei er als 17- Jähriger. „Ich war noch Lehrling, noch nicht einmal volljährig.“ Er habe damals nicht einschätzen können, was die beiden Männer genau von ihm wollten. „Ich wusste nicht, was das Ministerium für Staatssicherheit war“, hatte Paul der Zeitung im Zusammenhang mit dieser Situation geschildert. „Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen“, lautete sein Fazit für die „Sächsische Zeitung“. Die Opfervereinigung sieht das anders. Pauls Erklärungsversuche seien „stereotype Schablonen, die Stasi-Täter schon öfter verwendet“ hätten, hieß es in einer Erklärung.Im Sommer 2007 war die IHK Magdeburg von einem ähnlichen Fall betroffen. Damals trat die Mehrheit des Präsidiums zurück. Vorher war bekannt geworden, dass sowohl der Präsident als auch einer seiner Stellvertreter für die Stasi tätig waren.

dpa

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