Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
News Einigung bei besetztem Stasi-Gefängnis

Einigung bei besetztem Stasi-Gefängnis

Die ehemaligen Stasi-Häftlinge der Erfurter Andreasstraße werden an der Gedenkstättenarbeit zur DDR-Geschichte gleichberechtigt beteiligt. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Vertretern des Vereins Freiheit und Kultus-Staatssekretär Thomas Deufel am Dienstag in Erfurt.

Voriger Artikel
Freispruch trotz 14 Messerstichen
Nächster Artikel
Sachsen hält an Polizei-Stellenabbau fest

Ehemalige Häftlinge hatten ein früheres Stasi-Gefängnis in Erfurt besetzt.

Quelle: dpa

Erfurt. Noch im Januar solle auf der Grundlage von Vorschlägen des Vereins ein unterschriftsreifer Kooperationsvertrag zur geplanten Erinnerungsstätte vorliegen, der die Mitwirkung der Betroffenen regelt, teilten beide Seiten mit. Die Besetzung werde bis zum Vertrag fortgeführt, der Hungerstreik eines Häftlings jedoch nach einem Mehrheitsbeschluss am fünften Tag beendet, sagte der Vereinsvorsitzende Joachim Heise.

 Der Geschichtsverein, dem rund 70 ehemalige Stasi-Häftlinge und politisch Interessierte angehören, kämpft seit Jahren um eine würdige Gedenkstätte in den alten Gefängnismauern. Mit der Besetzung wollten Vereinsmitglieder darauf aufmerksam machen, dass sie ungenügend in die Konzeption und künftige Erinnerungsarbeit einbezogen würden. In dem Erfurter Stasi-Gefängnis, dem einzigen noch erhaltenen Geschichtszeugnis dieser Art in Thüringen, wurden zwischen 1952 und 1989 rund 5000 Menschen geistig und körperlich gefoltert.

Noch 2010 soll ein landesweites Konzept zum Gedenken an das DDR-Unrecht erarbeitet werden. Dafür will der Verein mit allen anderen Erinnerungsstätten, Historikern und Museumspädagogen zusammenarbeiten. Heise sagte: „Der Verein will keinen Sonderweg.“ Ab sofort würden die ehemaligen Stasi-Häftlinge auch wieder an den Bauberatungen zur Sanierung und Ausbau des Gefängnisses beteiligt.

Nach Ansicht von Staatssekretär Deufel konnten in dem Gespräch, an dem Thüringens Stasi-Beauftragte Hildigund Neubert als Vereinsmitglied teilnahm, die Ziele der Besetzer weitgehend erfüllt werden.

Vor der Einigung hatte der Berliner Historiker Hubertus Knabe die Landesregierung aufgefordert, die Besetzer an der Gedenkstättenplanung zu beteiligen. „Ein ehemaliger Stasi-Häftling muss schon sehr verzweifelt sein, wenn er freiwillig in sein Gefängnis zurückkehrt“, sagte der Direktor der Stasiopfer- Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen der dpa. „Wer glaubt, eine Gedenkstätte gegen die Opfer aufbauen zu können, der irrt.“

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Reisemarkt

    Lust auf Urlaub? Der LVZ Reisemarkt präsentiert am 2. und 3. Februar 2018 Traumziele fern und nah. Alle Infos zu den Ausstellern und zum Programm g... mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2018
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 14. LVZ-Fahrradfest lädt am 29. April 2018 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Alle Infos zum Event finden Sie in unserem Sp... mehr

  • Geld für Vereine der Region
    Mikrologo Angestust

    Mit der Aktion „Angestupst“ unterstützen LVZ und Sparkasse Leipzig die Vereine der Region. Die aktuelle Runde läuft. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album 2
    Leipzig-Album 2

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr