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Mitteldeutschland Eiseskälte sorgt für Ansturm auf Skigebiete und Winterkleidung in Sachsen
Region Mitteldeutschland Eiseskälte sorgt für Ansturm auf Skigebiete und Winterkleidung in Sachsen
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16:11 03.02.2012
Gute Bedingungen für Wintersportler: Am Fichtelberg liegt jede Menge Schnee. Quelle: dpa
Dresden

Selbst von der Eiseskälte ließen sich die Wintersportler nicht abhalten. Immerhin herrschten am Tag Temperaturen von minus 10 Grad, in der Nacht zum Freitag sanken sie auf dem Fichtelberg sogar auf minus 23 Grad. 15,5 Kilometer Abfahrtspiste, 30 Kilometer gespurte Loipen und ebenso viele Ski- und Wanderwege warten auf die Wintersportler.

Aus anderen Bundesländern sind bereits die ersten Feriengäste ins Erzgebirge gereist - bis zu 5000 Wintersportfans waren in den vergangenen fünf Tagen in Oberwiesenthal unterwegs. Das Skigebiet Altenberg erwartet bereits an diesem Wochenende einen Besucheransturm - auch hier seien die Bedingungen für Abfahrt und Langlauf perfekt, hieß es. In einem der größten Wintersportgebiete der Oberlausitz rund um den 800 Meter hohen Berg Lausche herrscht derzeit reger Andrang. „Es ist zwar eiskalt, aber dafür wunderbar sonnig“, sagte eine Sprecherin der Touristeninformation. Alle drei Lifte seien in Betrieb, sämtliche Loipen gespurt.

Die Kälte lässt auch bei den Händlern die Kassen klingeln: Blieben sie bisher eher auf Wintermänteln, Mützen und warmen Stiefeln sitzen, sind warme Klamotten jetzt gefragt. Seit einer Woche läuft in Sachsen der Winterschlussverkauf. „Die Nachfrage nach warmer Kleidung ist groß“, sagte René Glaser vom Handelsverband Sachsen. Auch Ski, Schlitten und Sportartikel verkauften sich gut.

Auf der Elbe sorgen die frostigen Temperaturen unterdessen für Probleme: Ein Eisbrecher muss die Elbhäfen in Dresden, Riesa und Torgau freihalten. „Sie sind mit einer bis zu zehn Zentimeter dicken Eisschicht bedeckt“, sagte der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Dresden, Klaus Kautz. Am Freitagmorgen brach das Spezialschiff Eisbrocken am Schutzhafen in Dresden-Pieschen auf, am Mittag wurde der Riesaer Hafen geräumt. Eisschollen auf der Elbe behindern zunehmend auch die Schifffahrt. „Einige Fähren wurden bereits eingestellt“, sagte Kautz. Güterschiffe seien derzeit aber noch unterwegs. Erst wenn die Elbe in der Breite etwa zur Hälfte mit Treibeis bedeckt sei, werde sie für Schiffe gesperrt.

Umweltminister Frank Kupfer (CDU) warnte unterdessen vor Eishochwasser. Auf Flüssen, Seen und Talsperren hätten sich mittlerweile Eisschichten gebildet. Aufbrechendes und angeschwemmtes Eis könne den Abfluss behindern und zu Überschwemmungen führen. Vor allem Engstellen wie Brücken oder Wehre seien gefährdet. Zudem warnte der Minister davor, zugefrorene Eisflächen zu betreten. Wegen des schwankenden Wasserspiegels sei das Eis vielerorts nicht tragfähig, hieß es. Dennoch ließen sich viele Schlittschuhläufer davon nicht abhalten - sie waren in den vergangenen Tagen etwa auf dem zugefrorenen Großteich vor dem Schloss Moritzburg unterwegs.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Leipzig zieht am Samstag die bislang kälteste Luft über Sachsen hinweg. „Dann gehen die Tagestemperaturen weiter in den Keller und werden minus 10 Grad nicht übersteigen“, sagte ein Sprecher. Bis Mitte kommender Woche sei kein Ende der Frostperiode in Sicht.

dpa

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