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Mitteldeutschland Endgültig gelandet: PIA-Flieger gehört jetzt dem Flughafen
Region Mitteldeutschland Endgültig gelandet: PIA-Flieger gehört jetzt dem Flughafen
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11:12 12.07.2018
Steht jetzt ohne Beschriftung in Schkeuditz auf dem Rollfeld: Der gestrandete Airbus A310 aus Pakistan. Quelle: Foto: pd
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Schkeuditz

Seit mehr als anderthalb Jahren steht die Maschine in Schkeuditz auf dem Rollfeld herum. Jetzt haben sich Airline und Flughafen endlich geeinigt: Der ausgemusterte Airbus A310 von Pakistian International Airlines (PIA) darf ganz am Airport bleiben. Der Flieger sei offiziell an den Flughafen Leipzig/Halle verkauft worden, erklärte Airline-Sprecher Mashood Tajwar in Karatschi.

Sprecher: „Flieger gehört jetzt uns“

Flughafen-Sprecher Uwe Schuhart bestätigte den Abschluss. „Der Flieger gehört jetzt uns. Er ist in unseren Besitz übergangen.“ In der vergangenen Woche wurden bereits alle PIA-Schriftzüge, die Flugzeugkennung und das aus Stern und Halbmond bestehende Airline-Logo vom Flieger entfernt. Jetzt soll die Maschine für ihren künftigen Einsatz hergerichtet werden. „Wir wollen den Flieger unter anderem für Feuerwehrübungen nutzen und an Filmgesellschaften vermieten“, sagte Schuhart.

Triebwerke sind schon verkauft

Abheben kann die Maschine ohnehin nicht mehr: Der Airport erwarb nur die Flugzeughülle samt Fahrwerk, Sitzen und Bordelektronik – aber ohne Triebwerke. Die hatte PIA zuvor einzeln verkauft. „Die Triebwerke wurden an die türkische Fracht-Airline ULS verkauft“, sagte PIA-Sprecher Tajwar. Anfang Juni wurden sie abmontiert, sollen bei ULS jetzt andere Flugzeuge antreiben.

Wohl weniger als 7000 Euro Kaufpreis

Zum Kaufpreis machten beide Seiten jetzt keine Angaben. Allzu hoch war er wohl nicht. „Das war für uns aber kein Zuschussgeschäft“, sagte Schuhart. „Wir haben nicht drauf bezahlt.“ In pakistanischen Medien ist von weniger als 7000 Euro Kaufpreis die Rede.

Airport hat Parkgebühren verrechnet

Im Gegenzug wurde auch der Streit um die seit Dezember 2016 aufgelaufenen Parkgebühren für den Flieger beigelegt. Der Airport hatte stets betont, PIA bei einer Abholung des Airbus rückwirkend Parkgebühren für die Nutzung des Stellplatzes auf dem Rollfeld in Rechnung zu stellen. Inzwischen sollen mehr als 150 000 Euro aufgelaufen sein – mehr als der Restwert der 25 Jahre alten Maschine. Der Betrag wurde nun offenbar mit dem Kaufpreis verrechnet.

Maschine soll für Filme und Übungen genutzt werden

Im Dezember 2017 hatte PIA Flugzeughülle und Triebwerke dann getrennt per Auktion zum Verkauf gestellt. „Nachdem wir ja schon 2016 Interesse bekundet haben, freuen wir uns, dass wir jetzt den Zuschlag erhalten haben“, sagte Schuhart. Denn der Flughafen hatte von Anfang an geplant, die Maschine für Filme und Übungen zu nutzen – und vielleicht auch als Besucherattraktion.

Einst sollte Maschine direkt nach New York fliegen

Den A 310 hatte der damalige Airline-Chef Bernd Hildenbrand Anfang Dezember 2016 nach Schkeuditz gebracht, um gute Stimmung für seine geplanten Direktflüge von Leipzig nach New York zu machen. Damals war sogar von einem Nikolaus-Geschenk die Rede. Aus den New-York-Flügen wurde dann aber nichts, Hildenbrand, der zuvor auch schon für die Lufthansa in Schkeuditz gearbeitet hatte, nahm wenig später seinen Hut.

Schon als Filmkulisse erprobt

Für den künftigen Einsatz als Filmkulisse bringt der ausgemusterte Airbus nun schon erste Erfahrungen mit: Auf ihrer letzte Reise nach Leipzig hatte die Maschine 2016 noch einen Zwischenstopp auf Malta eingelegt – und diente dort als Kulisse für den Film „7 Tage in Entebbe“, der im Februar auf der Berlinale Premiere hatte. Dass es darin ausgerechnet um die Befreiung eines entführten Flugzeugs durch israelische Spezialkräfte ging, kam im muslimisch geprägten Pakistan gar nicht gut an – und beschleunigte den Abgang des deutschen Airline-Chefs Hildenbrand.

Von Frank Johannsen

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