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Mitteldeutschland Erdbeerfelder in Sachsen vertrocknet – Dürre setzt Obstbauern zu
Region Mitteldeutschland Erdbeerfelder in Sachsen vertrocknet – Dürre setzt Obstbauern zu
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14:51 24.08.2018
Bei den Erdbeeren ist die Lage besonders dramatisch. Nur bei ausreichender Bewässerung konnten die Ernten gerettet werden. Quelle: dpa
Leipzig

Die wochenlange Dürre hat den Obstbauern in Sachsen zu schaffen gemacht. „Bei den Erdbeeren ist die Lage als Katastrophe zu bezeichnen“, sagte Udo Jentzsch, Geschäftsführer des Landesverbands Sächsisches Obst. Nur die Landwirte, die ihre Felder bewässern konnten, seien glimpflich davongekommen. Viele Felder zum Selbstpflücken seien jedoch vertrocknet. Insgesamt fiel die Erdbeerernte im Vergleich zu einem normalen Jahr um bis 40 Prozent geringer aus.

Erschwerend für die Erdbeerbauern kam hinzu, dass die hiesige Ernte aufgrund der Hitze und Trockenheit sehr früh begonnen hatte und mit der Ernte aus den südlichen Ländern kollidierte. „Dadurch gab es ein Überangebot und die Preise waren niedrig“, erläuterte Jentzsch. Zu Beginn der Erdbeersaison waren die Obstbauern noch optimistisch gewesen. Doch die wochenlange Trockenheit wurde zum Problem.

Auch die Ernte bei den Süßkirschen fiel nach Verbandsangaben um 30 Prozent geringer aus. „Das Problem war, dass es nach dem Frost Anfang April sehr schnell heiß und trocken wurde. Daher musste die Ernte zeitiger als sonst beginnen“, erklärte Jentzsch. Dabei sei die Qualität gut gewesen. Die Preise waren aber auch hier durch die Konkurrenz aus anderen Bundesländern und der Türkei zusammengebrochen.

Bei der Pflaumenernte erwartete der Verband aufgrund der ungewöhnlichen Witterung einen Rückgang von 20 Prozent im Vergleich zu einem normalen Jahr. Die Preise lagen jedoch auf Durchschnittsniveau.

Die lange Trockenheit setzt auch den sächsischen Apfelbauern zu. Es werden Ernteeinbußen von zehn bis zwanzig Prozent erwartet, wie der Landesverband Sächsisches Obst am Freitag in Pirna zum Start der Apfelsaison mitteilte. Eine gewöhnliche Ernte erbringt rund 90 000 Tonnen Äpfel in Sachsen, in diesem Jahr wird das Ernteergebnis auf rund 75 000 bis 80 000 Tonnen geschätzt.

„Für die sächsischen Obstbauern ist es Jahr für Jahr eine Herausforderung, den Naturrisiken durch Initiativen, Innovationen und großem Engagement die Stirn zu bieten“, sagte Frank Pfeil, Staatssekretär im sächsischen Agrarministerium. Daher unterstütze die Landesregierung Forschungsvorhaben in enger Zusammenarbeit mit der Praxis auf klima- und standortangepasste Sorten, die Frost- oder Trockenheitsperioden besser überstehen.

Der Apfel ist in Sachsen die wichtigste Obstkultur. Die angebaute Fläche (knapp 2500 Hektar) nimmt 60 Prozent der gesamten Obstbaufläche im Freistaat ein.

Von LVZ