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News Ermittler beobachten mehr Spähattacken bei Banken

Ermittler beobachten mehr Spähattacken bei Banken

Das Landeskriminalamt Thüringen beobachtet eine Zunahme von Spähattacken auf Bankkunden auf niedrigem Niveau. Im ersten Halbjahr wurden zwei der sogenannten „Skimming“-Attacken bekannt, in den folgenden sechs Monaten bereits sieben, sagte Peter Hehne, Abteilungsleiter für Auswertung und Ermittlung.

Erfurt. Wie die Entwicklung weitergehe, lasse sich kaum vorhersagen. „Ob das Skimming dauerhaft wird, hängt von den Gewinnen und Risiken für die Täter ab.“ Möglicherweise könnte sich der elektronische Zahlungsverkehr im Internet für viele Täter als lukrativer und risikoärmer erweisen.  

Hehne sprach von einer deutlich gestiegenen Aufmerksamkeit der Kunden sowie erkennbaren Anstrengungen der Banken. „Die machen sich echt Gedanken.“ So verzichteten sie inzwischen überwiegend auf Türen zum Geldautomatenbereich, die sich nur per Karte öffnen ließen. Auf diese Lesegeräten können „Skimming“-Täter eigene Lesegeräte aufsetzen, die die Kundendaten der EC-Karte erfassten.     Der nächste Schritt sei das Ausspähen der PIN-Nummer. Frühere Verfahren wie Kameras als Rauchmelderattrappen würden nun häufiger durch präparierte Tastaturauflagen abgelöst, sagte Hehne. „Das ist für einen Ungeübten kaum zu erkennen. Nur wenn ich immer zu dem selben Automaten gehe, fällt es vielleicht auf.“ Alle gewonnen Daten würden an Bandenmitglieder im Ausland übermittelt, die gefälschte Kartenkopien herstellten und mit ihnen und der ausgespähten PIN- Nummer Geld abhöben.   

Nach den Thüringer Erfahrungen können zwischen Ausspähen und Abhebung bis zu einer Woche liegen. Aus anderen Fällen sei aber bekannt, dass die Täter es auch in 24 Stunden schaffen könnten. Die überwiegend aus Rumänien stammenden Gruppen gingen arbeitsteilig vor. „Für die Technik und die Software braucht es einen Spezialisten mit Ingenieurwissen, der dann aber nicht am Tatort sein muss“, sagte Hehne. Die Täter vor Ort bräuchten weniger Knowhow und dafür handwerkliches Geschick bei der Installation der Spionagetechnik. Am häufigsten wählten sie den frühen Morgen am Samstag oder Sonntag, wenn es wenig Beobachter gebe. Am Nachmittag werde die Technik dann wieder abgebaut.   

Den Bankkunden empfahl Hehne vor allem regelmäßige Kontrolle der Kontoauszüge, um eventuelle Abbuchungen rasch zu entdecken. Bereits jetzt würden viele Kunden auch die Eingabe der PIN-Nummer mit der Hand abdecken, was aber nicht vor präparierten Tastaturfolien schütze. „Bei Auffälligkeiten an der Tastatur sollten Kunden die Finger davon lassen und jemanden von der Bank ansprechen.“    Die Polizei sei in diesem Bereich „gut aufgestellt“, sagte Hehne. Auch die gesetzlichen Regelungen reichten aus. In Gera stehen derzeit fünf Rumänen vor dem Landgericht, deren Gruppe 1,2 Millionen Euro von Hunderten deutschen Konten abgebucht haben soll. Eine ihrer als Rauchmelder getarnten Kameras war einem Bankangestellten aufgefallen. Als die Gruppe kurz darauf in Behringen (Wartburgkreis) erneut eine Kamera installiert, wurden zwei der fünf Männer festgenommen.   

2008 verzeichnete das Bundeskriminalamt rund 2400 Angriffe auf 809 verschiedene Geldautomaten. 2007 seien es 1349 Angriffe auf 459 Automaten gewesen.

dpa

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