Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Ermittlungen zu Neonazi-Überfall auch Magdeburger Club ziehen sich hin
Region Mitteldeutschland Ermittlungen zu Neonazi-Überfall auch Magdeburger Club ziehen sich hin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:30 06.01.2015
Die Verdächtigen sollen unter anderem in Kirchen eingebrochen sein, um islamistische Kämpfer zu unterstützen. Quelle: Arne Dedert/Illustration
Magdeburg

Das sagte Polizeisprecher Marc Becher am Dienstag auf Anfrage. Da es die Ermittler mit drei verschiedenen Tatorten zu tun hätten, müssten Ergebnisse miteinander verglichen und Übereinstimmungen herausgearbeitet werden.

„Hinzu kommt, dass unendlich viele Zeugen gehört werden müssen“, fügte Becher hinzu. Die Ermittlungen könnten sich deshalb noch über geraume Zeit hinziehen. Am Sonntag hatte eine Gruppe von etwa 20 Neonazis die Tanzfläche einer Magdeburger Diskothek gestürmt, den Hitlergruß gezeigt und auf Gäste eingeschlagen. Anschließend waren sie in der Innenstadt auf vier Iraker losgegangen. Polizisten hatten die Auseinandersetzung beendet.

Später wurde dann deutlich, dass Mitglieder der Gruppierung auch dafür verantwortlich sein dürften, dass ein Fußballturnier in Gommern bei Magdeburg nach Auseinandersetzungen am Samstag abgebrochen werden musste. Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) verurteilte am Montag die neuerlichen rechtsextremen Übergriffe in Magdeburg. Er lehne jegliche Form von Gewalt ab und fordere eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle, sagte er.

Nachdem es Hinweise darauf gab, dass die mutmaßlichen Täter Verbindungen zu der gewaltbereiten Fußballfan-Gruppe „Blue White Street Elite“ haben, erklärte Stahlknecht, um ein eventuelles Verbot der Gruppierung anzugehen, seien neue Erkenntnisse nötig. „Ob diese vorliegen, kann derzeit noch nicht eingeschätzt werden“, sagte er. Es sei eine juristische Frage, ob ein Verbot möglich ist.

Die „Blue White Street Elite“ aus dem Jerichower Land war bereits im Jahr 2008 vom damaligen Innenminister Holger Hövelmann (SPD) verboten worden. Mitglieder sollen gemeinschaftlich Straftaten begangen haben. Die Verbotsverfügung war jedoch 2010 vom Oberverwaltungsgericht Magdeburg wieder aufgehoben worden.

lvz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Berliner Tim H. ist im Berufungsverfahren um die Krawalle bei einer Anti-Neonazi-Demo 2011 in Dresden wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von insgesamt 4050 Euro verurteilt worden.

06.01.2015

Es soll ein machtvolles Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit und Intoleranz werden: Für diesen Sonnabend rufen Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (beide CDU) gemeinsam zur Großkundgebung vor die Frauenkirche.

06.01.2015

Das Angebot der Pegida-Bewegung an Sachsens Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU), auf einer der nächsten Pegida-Demonstrationen in Dresden zu sprechen, hat Tillich am Dienstag abgelehnt.

06.01.2015