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Mitteldeutschland Eröffnung des Störmthaler Sees: Mit nassen Füßen und kleinen Seitenhieben
Region Mitteldeutschland Eröffnung des Störmthaler Sees: Mit nassen Füßen und kleinen Seitenhieben
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21:25 27.04.2014

Derweil gab es auf der Bühne mit den Festgästen nicht nur die üblichen Dankesworte, sondern auch kritische Seitenhiebe.

"Uff, gefühlte Tausend Hürden" habe sie zu nehmen gehabt, eröffnete Großpösna Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch (parteilos) das Gespräch mit Moderator Thomas Lopau. Der übergab Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (CDU) das Wort, der sich aber am falschen Ort wähnte und vom Markkleeberger See sprach, wo er im Vorjahr die Schleuse eröffnet hatte. In 50 Jahren werde die Region ein touristischer Höhepunkt Europas sein, meinte Kupfer und betonte die Hilfe des Freistaats, der bis 2017 weitere 44 Millionen Euro für die Seen ausgebe.

Landrat Gerhard Gey (CDU) erklärte, der Tourismus habe schon Fahrt aufgenommen. Die Sanierung der Seen habe aber auch für die Anwohner eine Verbesserung der Lebens- und Wohnqualität gebracht, zudem das Image der ganzen Region aufgebessert.

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Lantzsch erinnerte an die Probleme vor der Seeeröffnung: An die Unterwasserbäume, die gerodet werden mussten, die vielen Filterbrunnen, die von der LMBV noch gesichert werden sollten, die Verbotsgebiete, die dafür nötigen Bojen, von denen niemand wusste, wie sie auszusehen haben. Am Ende habe Hauptamtsleiter Daniel Strobel Samstag festgestellt, dass die MS Wachau nicht anlegen könne, weil noch Erdreich abgebaggert werden musste. "Aber auch das haben wir noch hingekriegt", seufzte Lantzsch, bedankte sich bei ihren Mitstreitern.

Von den 44 Millionen Euro des Freistaats habe Großpösna nur eine abbekommen, selber in gleicher Höhe etwa die Schiffssanleger finanzieren müssen und benötige Geld für die weitere Erschließung der Magdeborner Halbinsel, sagte Lantzsch. Gey unterstützte das. Mindestens 30 Millionen Euro seien nach 2017 noch nötig für "dringende Maßnahmen", sagte er. Minister Kupfer meinte: "Es wäre ja unklug, auf halbem Weg stehen zu bleiben."

Badehosen mit Inschrift verteilte Lantzsch als Dank an den LMBV-Chef Klaus Zschiedrich, den Minister und Gey. Selber erhielt sie von Regionalplanungs-Leiter Andreas Berkner den passenden Badeanzug geschenkt. Baden gingen an dem Tag aber nur einige verkleidete Leipziger Pinguine, wenngleich sich die Ehrengäste bei der Seefreigabe mit dem Baden-Erlaubt-Schild vorher noch nasse Füße holen durften. Die Kameras surrten, die Bilder stimmten - anschließend vergnügten sich Tausende Besucher an den Ständen rund um den See von Kitesurfen über Kanufahren, Bogenschießen bis zu E-Mobilen und Touren mit dem coolen Amphibienboot. So eines wünschten sich sicher auch viele Autofahrer, die vor den überfüllten Parkplätze im Stau standen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.04.2014

Jörg ter Vehn

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