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Mitteldeutschland Erster Lkw mit 22 Tonnen Bauschutt von Atomkraftwerk in Sachsen eingetroffen
Region Mitteldeutschland Erster Lkw mit 22 Tonnen Bauschutt von Atomkraftwerk in Sachsen eingetroffen
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16:44 09.09.2014
Auf der Deponie in Grumbach ist der erste Lkw mit 22 Tonnen Bauschutt aus dem stillgelegten, niedersächsischen Atomkraftwerk Stade eingetroffen. Quelle: dpa
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Grumbach

Einige Dutzend Anwohner protestierten am Dienstag mit Mahnwache, Traktor und Plakaten - behinderten den Transport jedoch nicht.

„Die Messen sind gelesen“, sagte Ludwig Hahn von der Initiative „Keine Deponie am Tharandter Wald“. Seit Wochen sorgt die Entsorgung für Proteste bei Anwohnern, deren Häuser nicht weit entfernt stehen. Der Betreiber der Deponie kündigte deshalb an, statt der geplanten 2000 Tonnen lediglich die vertraglich vereinbarten 700 Tonnen anzunehmen.  

Auch das sächsische Umweltministerium reagierte und ließ am Dienstag knapp 700 Kilogramm des Bauschutts noch einmal auf Radioaktivität messen. Dazu waren auch Politiker und Anwohner eingeladen. „Der Bauschutt ist wie erwartet gesundheitlich unbedenklich“, teilte die Behörde im Anschluss an die Messung mit. Die Strahlenbelastung liege unter 10 Mikrosievert pro Jahr. Die natürliche Strahlung in Deutschland sei mehr als 200 Mal höher - und liege bei 2100 Mikrosievert, hieß es. Bevor das Material für die Entsorgung auf Deponien freigegeben wurde, sei es bereits mehrfach gemessen worden.

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In dieser Woche rollt auf der Deponie in Grumbach ein weiterer Lastwagen voller Bauschutt an, in den nächsten Wochen sollen insgesamt 700 Tonnen der bereits verkleinerten Trümmer des ehemaligen AKW angeliefert werden. Danach ist Schluss. „Ich möchte den Rummel nicht weiter“, erklärte Deponiechef Rainer Dietze. Der Bauschutt würde sicher gelagert, betonte er. Die Deponie sei mehrfach durch mineralische Schichten sowie durch Kunststoffschichten abgedicht.  

Dennoch fürchten die Anwohner um ihre Gesundheit - und wollen am kommenden Samstag den 13. September in Grumbach demonstrieren. Zwar sei der Bauschutt bereits angeliefert worden. „Aber wir wollen auf das bundesweite Problem der Entsorgung stillgelegter Atomkraftwerke aufmerksam machen“, erklärte Hahn.  

Das sächsische Umweltministerium hatte zwar seine Zustimmung für die Entsorgung erteilt, Niedersachsen in einem Brief aber kürzlich aufgefordert, den Bauschutt zu behalten. Transporte über lange Strecken würden die Umwelt unnötig belasten, hieß es.

Das Ministerium in Hannover wies darauf hin, dass der Kraftwerksbetreiber Eon die Deponie benannt habe - und nicht das Land.  „Die Deponien in Niedersachsen haben das Material wohl aus Imagegründen bisher abgelehnt“, erklärte eine Eon-Sprecherin. Zumindest sei das bei dem Entsorger, mit dem man bisher zusammengearbeitet habe, der Fall gewesen. Andere hätten wegen technischer Rahmenbedingungen - etwa der Entsorgungsmenge - abgelehnt. Der Kraftwerksbetreiber muss nun für den restlichen AKW-Bauschutt, der eigentlich in Sachsen eingelagert werden sollte, eine neue Deponie suchen.

dpa

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