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Mitteldeutschland Erster Schnee und Starkregen in Sachsen – Besserung am Wochenende in Sicht
Region Mitteldeutschland Erster Schnee und Starkregen in Sachsen – Besserung am Wochenende in Sicht
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11:30 22.10.2014
Auf dem Fichtelberg hat es in der Nacht zum Mittwoch geschneit. Urlauber aus Berlin nutzen den Wetterumschwung für eine Wanderung. Quelle: dpa
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Leipzig

Auch im Laufe des Mittwochs und bis zum Wochenende bleibt es in und um Leipzig ungemütlich.

„Nach einer kurzen Regenpause am Vormittag kommen neue Niederschläge, vor allem von Norden her. Aber eigentlich kann man sagen, es zieht von allen Seiten auf Sachsen zu“, so Florian Engelmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Leipzig. Der Wind habe jedoch schon deutlich abgenommen, nur ab und an müsse man mit einer Windböe rechnen.

Leipzig. Der Altweibersommer ist vorbei: Knapp zwei Monate nach dem meteorologischen Herbstanfang ist Sachsen nun tatsächlich in der nass-grauen Jahreszeit angekommen. Vielerorts hat es bereits in der Nacht teils heftig geregnet, auf den Mittelgebirgen fiel der erste Schnee. Auch im Laufe des Mittwochs und bis zum Wochenende bleibt es in und um Leipzig ungemütlich.

Sachsenweit könne man von einem normalen herbstlichen Tief sprechen, so Engelmann. Für das Erzgebirge wurde hingegen eine Unwetterwarnung ausgesprochen. „Dort hat es seit dem frühen Morgen stark geregnet, wir erwarten bis zum Donnerstagmorgen zwischen 50 und 70 Liter Niederschlag pro Quadratmeter.“

Zwei Zentimeter Schnee auf dem Fichtelberg

Zwischen zwei und drei Zentimeter Schnee bedecken derweil den höchsten Berg Sachsens: Auf dem Fichtelberg schneit es seit der Nacht zum Mittwoch, auch in Carlsfeld ist es schon weiß. Oberhalb von 600 bis 800 Metern könne man im Laufe des Tages mit weiterem Schneeregen rechnen, so Engelmann.

Am Wochenende wird es wieder milder. In Leipzig soll es am Samstag bei Temperaturen von bis zu 13 Grad Celsius überwiegend bedeckt bleiben, vereinzelt kommt auch die Sonne heraus. Nach frühmorgendlichem Nebel wird der Sonntag vor allem sonnig: Sachsen erwartet wenige Wolken bei bis zu 15 Grad Celsius.

Auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen zieht der Herbst ein. Während in der Nacht zum Mittwoch auf dem Brocken ebenfalls etwa drei Zentimeter Schnee gefallen sind, haben in Thüringen Sturmböen Schäden angerichtet. Zahlreiche Bäume stürzten um, im Landkreis Gotha deckte der Sturm das Dach einer Reithalle ab. Im Laufe des Mittwochs werden laut DWD weiterhin Windgeschwindigkeiten von bis zu 85 Kilometer pro Stunde erwartet.

Schäden und Verletzte in ganz Deutschland

Grund für den Wetterumschwung ist der Hurrikan "Gonzales". Die Ausläufer des Wirbelsturms richteten vor allem in Bayern und Baden-Würrtemberg Schäden in Millionenhöhe an. Feuerwehr und Polizei rückten zu hunderten Einsätzen aus, Bahnverbindungen waren wegen umgestürzter Bäume gesperrt.

Zwischen Sankt Georgen und Hornberg im Schwarzwald kollidierte ein Regionalexpress mit einem Baum. In Aalen durchschlug eine umfallende Eiche die Windschutzscheibe eines vorbeifahrenden Autos. Der 45-jährige Fahrer wurde schwer verletzt.

Nach Starkregen und heftigen Windböen mussten zwei Flüchtlingszelte in Nürnberg geräumt werden. Die Unterkünfte seien derart demoliert worden, dass sie unbewohnbar wurden, sagte ein Sprecher des Flüchtlingsrates. Die durchnässten Bewohner seien in andere Unterkünfte - ein anderes Zelt und ein ehemaliges Möbelhaus - gebracht worden.

Hochwasser in Norddeutschland könnte steigen

Die angekündigte Sturmflut blieb im Norden zunächst aus. Alle Pegelwerte im Elbe- und Wesergebiet sowie an der Nordsee seien unter 1,50 Meter über dem mittleren Hochwasser geblieben, sagte eine Sprecherin des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg. Um kurz nach Mitternacht erreichte ein erstes Hochwasser Cuxhaven.

Als Sturmflut gilt ein Wasserstand von 1,50 bis 2,50 Metern über dem durchschnittlichen (mittleren) Hochwasser. Ausläufer von Hurrikan „Gonzalo“ könnten aber am Nachmittag das Hochwasser an der Elbmündung steigen lassen. Strände, Vorland und Hafenflächen könnten überflutet werden, sagte die BSH-Sprecherin.

Josephine Heinze / dpa

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