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Mitteldeutschland Experten: Im Frühjahr droht Ameisen-Invasion
Region Mitteldeutschland Experten: Im Frühjahr droht Ameisen-Invasion
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10:22 24.03.2012
Wenn es wärmer wird, gehen Ameisen auf Wanderschaft. Oft bleibt nur der Kammerjäger, um die uniebsamen Krabbeltierchen aus der Wohnung zu vertreiben. Quelle: dpa
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Dresden

„In dieser Jahreszeit werden die Kammerjäger am häufigsten gerufen, um Ameisennester zu entfernen“, sagte die Vorsitzende des Schädlingsbekämpfer-Verbandes Sachsen, Ursula Baumann. Zudem hätten Mieter immer wieder mit Lebensmittel-Motten, Schaben, Bettwanzen, Tauben, Ratten oder Mäusen in Wohnungen und Kellern zu kämpfen.

Nicht nur Erdgeschosswohnungen sind betroffen, Ameisen krabbeln auch an erwärmten Mauern bis hinauf zum Dachgeschoss. „Wichtig ist es, das Übel an der Wurzel zu packen“, erklärte Baumann. Ausgelegtes Gift sei besonders wirksam, wenn es von den Ameisen zur Königin getragen werde. So entstehen keine Nachkommen. Zudem seien auch die Mieter gefragt. Baumann rät, nichts Süßes wie Kuchen oder Kekse offen herumstehen zu lassen. Das ziehe die Krabbeltierchen an. Abgedichtete Kehrleisten können ebenfalls einen Befall verhindern.

In der Regel sei es ratsam, immer im Herbst, wenn sich Ratten und Mäuse in die Keller zurückziehen, entsprechende Giftköder auszulegen. „Das sollte allerdings ein Fachmann machen“, sagte Baumann. Denn das Gift müsse in einem speziellen Behältnis verwahrt und so hingelegt werden, dass Kinder und Haustiere es nicht finden.

Wenn sich im Haus oder in der Wohnung unliebsame Tierchen tummeln, kann in Einzelfällen sogar Mietminderung geltend gemacht werden. „Immer wieder lassen sich die Leute von uns zu diesem Thema beraten“, sagte Anke Matejka, Vorsitzende des Mietervereins Leipzig. Die meisten hätten Probleme mit Tauben, die den Balkon verschmutzen, oder mit Ratten im Keller.

Gerichte hätten etwa bei Taubenkot auf dem Balkon schon einer Mietminderung von bis zu 30 Prozent zugestimmt, auch wegen der Lärmbelästigung durch die gurrenden Vögel sei die Miete gekürzt worden. Bei einer Rattenplage könnten Mieten laut Mieterverein bis zu 10 Prozent gemindert werden, bei Silberfischen sogar um bis zu 20 Prozent. Mateika rät, dem Vermieter die Mängel rasch aufzuzeigen und eine Frist zur Behebung zu setzen.

In Leipzig wurden 2011 insgesamt 66 Probleme mit Ratten und Tauben beim Ordnungsamt gemeldet. Im Dresdner Gesundheitsamt sind seit Januar bereits fünf Hinweise auf Ratten und einer auf Tauben eingegangen. 2011 gab es insgesamt 29 Beschwerden wegen Ratten, vier wegen Tauben. „Krankheiten können etwa durch Rattenkot übertragen werden“, warnte Kerstin Haase vom Gesundheitsamt. Wer den Keller nach einer Rattenbekämpfung aufräumt, sollte deshalb Handschuhe tragen und sämtliche angenagte Sachen entsorgen. Tauben dürften dagegen nicht vernichtet, sondern nur verscheucht werden. Verantwortlich für die Schädlingsbekämpfung ist nach Stadtangaben immer der Hauseigentümer.

Christiane Raatz, dpa

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