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Mitteldeutschland Fall Marwa: Ermittlungen gegen Beamten
Region Mitteldeutschland Fall Marwa: Ermittlungen gegen Beamten
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15:24 29.12.2009
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Dresden

Dem Beamten könne weder eine vorsätzliche noch eine fahrlässige Körperverletzung angelastet werden, teilte die Behörde am Dienstag in Dresden mit. El-Sherbinis Mann Elwy Okaz hatte am 1. Juli mit dem russlanddeutschen Alex W. gerungen, der zuvor in einem Dresdner Gerichtssaal wie von Sinnen auf die Frau eingestochen hatte. In dem Moment kam der Polizist in den Raum. Er hielt Elwy Okaz für den Angreifer und schoss ihm in den Oberschenkel.

Die Situation sei „sehr schwer zu überschauen“ gewesen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Sowohl Alex W. als auch Elwy Okaz seien „stark blutverschmiert“ gewesen. Der Ägypter habe dem 28 Jahre alten Mörder gerade den Messergriff aus der Hand zwingen können, „so dass er scheinbar derjenige war, der die Waffe führte“. Dem Polizisten seien nur wenige Sekunden zum Eingreifen geblieben. Er habe sich auf tragische Weise geirrt. Fahrlässigkeit oder gar böse Absicht könnten ihm nicht vorgeworfen werden. Sein „beherztes Eingreifen“ habe vielmehr zum Ende der mörderischen Attacke im Gerichtssaal geführt.

Der Polizeihauptkommissar war damals mit zwei Kollegen zufällig im Landgericht gewesen; sie sollten in einem anderen Prozess eine Aussage machen. Als sie Lärm hörten, eilten sie an den Tatort. Alex W. hatte sich wegen Beleidigung vor Gericht verantworten müssen. Er hatte Marwa El-Sherbini auf einem Spielplatz ausländerfeindliche Parolen entgegengeschleudert. Im Berufungsprozess zückte er das Messer und tötete die 31 Jahre alte schwangere Frau. Alex W. wurde am 11. November wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

dpa

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