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Mitteldeutschland Ferienflieger Condor gibt Basis am Leipziger Flughafen an Thomas Cook ab
Region Mitteldeutschland Ferienflieger Condor gibt Basis am Leipziger Flughafen an Thomas Cook ab
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19:41 04.12.2018
Ein Condor-Flieger überquert in Schkeuditz die Brücke über die Autobahn 14. Künftig übernimmt die Konzernschwester Thomas Cook Aviation. Quelle: Foto: Flughafen
Schkeuditz

Der Ferienflieger Condor legt seine Basis am Flughafen Leipzig/Halle auf Eis. Die drei Airbus A321, die hier bisher fest stationiert sind, werden zum nächsten Flugplanwechsel Ende März 2019 abgezogen, bestätigte die Airline auf Anfrage. Stattdessen schickt Condor die Konzernschwester Thomas Cook Aviation an den Start. Sie soll drei Airbus A321, die von Air Berlin übernommen wurden, nach Schkeuditz verlegen.

Condor hat für die eigene Flotte entschieden, sich auf die vier Basen Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg zu konzentrieren“, sagte Sprecherin Magdalena Hauser. „In Stuttgart, Hannover und Leipzig/Halle kommen unsere Konzerngesellschaften zum Einsatz. In Leipzig/Halle ist das Thomas Cook Aviation.“

An der Zahl der Maschinen ändere sich dadurch nichts. „Es werden auch künftig drei Flugzeuge in Leipzig/Halle stationiert.“

Grund ist das Chaos, das es im vergangenen Sommer gab – mit Flugausfällen und Verspätungen, die auch Leipzig trafen. „Alle Airlines haben nun die Hausaufgabe, den Flugbetrieb künftig stabiler zu gestalten. Das nehmen wir sehr ernst und wollen das im nächsten Sommer stabiler gestalten“, sagte Hauser. „Dazu gehört auch die effiziente Stationierung unserer Flugzeuge und Crews.“ Deshalb sortiere man die Flotte jetzt neu durch.

Bisher gehörte Condor zu den wichtigsten Airlines am Flughafen Leipzig. Erst im März hatte die Thomas-Cook-Tochter ihre Flotte von zwei auf drei Maschinen aufgestockt. Auch die Crews haben hier ihre feste Basis.

Eine genaue Mitarbeiterzahl wollte Condor nicht nennen, Beobachter gehen aber von 70 bis 80 Mitarbeitern aus, die in Schkeuditz ihre Basis haben: Piloten, Co-Piloten und Flugbegleiter. Eigenes Bodenpersonal beschäftigt Condor in Schkeuditz nicht.

Von einem Rückzug aus Leipzig/Halle könne aber keine Rede sein. „Condor fährt sein Engagement in Leipzig/Halle nicht zurück. Leipzig ist für uns ein ganz wichtiger Standort. Daran ändert sich nichts“, versicherte Hauser. „Condor bleibt die größte Ferienfluggesellschaft am Flughafen Leipzig/Halle. Wir bieten im kommenden Sommer 48 Verbindungen zu 13 Zielen an.“

Geflogen wird künftig aber nicht mehr mit eigenen Maschinen, sondern mit denen der Konzerntochter Thomas Cook Aviation. Die hatte der Reisekonzern erst im Januar aus der Insolvenzmasse von Air Berlin übernommen.

„Die meisten werden davon gar nichts merken“, glaubt Hauser. „Die Maschinen haben die gleiche Bemalung, die Crews tragen die gleiche Uniform und auch Service und Qualität sind identisch.“

Merken werden es aber die gut 70 Mitarbeiter. Die meisten werden zwar in Schkeuditz bleiben – haben ab April aber einen neuen Arbeitgeber. Condor hatte sie im Oktober abstimmen lassen, ob sie an eine der künftigen Condor-Basen wechseln wollen – oder zum neuen Partner in Leipzig.

„Die beliebteste Option in Leipzig war dabei, auch weiterhin ab Leipzig/Halle für Thomas Cook Aviation zu fliegen – und zwar zu genau denselben Konditionen wie bisher.“ Auf Platz zwei folgte eine Versetzung nach Frankfurt, zunächst befristet bis 2021 und inklusive Zuschuss fürs Pendeln. Danach könnten die Mitarbeiter unter Umständen nach Leipzig zurückkehren. Denn endgültig dicht machen will Condor den Standort noch nicht. Offiziell ruht der Betrieb nur.

„Ob Condor mit der eigenen Flotte nach Leipzig/Halle zurückkehrt, wird bis April 2021 geprüft werden“, so Hauser. „Bis dahin ruht die Station.“

Von Frank Johannsen

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