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Flüchtlingskinder stellen Sachsens überlastete Schulpsychologen vor neue Aufgaben

Flüchtlingskinder stellen Sachsens überlastete Schulpsychologen vor neue Aufgaben

Die steigende Zahl von Flüchtlingskindern in Sachsens Schulen stellt die Schulpsychologen vor völlig neue Herausforderungen. „Für große Verunsicherung sorgt die Frage, wie wir mit traumatisierten Kindern umgehen“, sagte Sabine Randow, Vorsitzende des Berufsverbandes der Schulpsychologen Sachsens.

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In Sachsen gibt es viel zu wenige Schulpsychologen. (

Quelle: Archiv)

Leipzig. Damit gebe es noch keine einschlägigen Erfahrungen und deshalb auch keine Handlungsempfehlungen. „Das Problem haben wir ganz allein auf dem Tisch.“

Dabei sehen sich die Psychologen ohnehin schon überfordert: In Sachsen kommen rechnerisch auf jeweils einen Schulpsychologen gut 14.300 Schüler und 880 Lehrer. Damit nehme Sachsen einen denkbar schlechten Platz in der Bundesrepublik ein, sagte Randow weiter.

Die zu geringe Zahl von Schulpsychologen habe bereits dazu geführt, dass einige Aufgaben nicht mehr in ausreichendem Maße erledigt werden könnten. „Bei der Lehrerfortbildung mussten wir Abstriche machen, Elternabende mit Beteiligung von Schulpsychologen stehen kaum noch auf der Tagesordnung“, erklärte sie. Auch in Fällen, wo es in Schulklassen zu Konflikten komme, könnten die Spezialisten die notwendige längerfristige Begleitung nicht mehr anbieten.

Um eine wirklich effektive Arbeit zu gewährleisten, dürfe die Quote von Schulpsychologen zu Schülern maximal bei 1:5000 liegen. Wie die Regionalstelle Chemnitz der Sächsischen Bildungsagentur berichtete, kommt in ihrem Bereich bei insgesamt sieben Schulpsychologen einer auf 14.000 Schüler. In den 1200 Fällen mit sogenannter Einzelfallberatung hätten diese sieben Experten im Schuljahr etwa 4200 Beratungsgespräche geführt. „Diese Zahlen sind in den vergangenen drei Jahren relativ konstant gewesen“, berichtete Lutz Steinert, Pressesprecher der Regionalstelle. Daneben seien aber auch zahlreiche weitere Tätigkeiten von den Schulpsychologen wahrgenommen worden, etwa in der Beratung von Schulen oder in der Krisenintervention.

Auch in der Regionalstelle Zwickau der Bildungsagentur liegt das Verhältnis von Schulpsychologen zu Schülern mit 1:11.000 deutlich über der von Randow genannten Wunschzielmarke. „Die Wartezeiten für eine Beratung liegen zwischen sechs und zwölf Wochen“, teilte Arndt Schubert von der Regionalstelle mit. Wie viele Beratungsgespräche die Psychologen geführt haben, ist nicht bekannt, da es eine Statistik darüber nicht gibt.

In der Regionalstelle Dresden wird eine solche Auswertung ebenfalls nicht gemacht, wie Pressesprecherin Katrin Reis sagte. Es sei aber zu erkennen, dass sich die jeweiligen Einzelfälle zunehmend komplexer darstellten und ein höherer diagnostischer Aufwand nötig sei. Vielleicht auch im Zusammenhang mit der steigenden Zahl von Flüchtlingen verzeichnen die schulpsychologischen Beratungsstellen im Land mehr Anfragen zu rassistischen Vorfällen an Sachsens Schulen. Auch Pädagogen erscheinen hier nicht immer in gutem Licht. „Bei uns melden sich Schüler, die darüber berichten, dass sich Lehrer rassistisch äußern“, sagte Randow.

Jörg Aberger

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