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Mitteldeutschland Trillerpfeifen und Luftballons gegen Rechtsrock-Konzert in Themar
Region Mitteldeutschland Trillerpfeifen und Luftballons gegen Rechtsrock-Konzert in Themar
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19:51 28.10.2017
Mehrere Tausend Rechtsextreme kamen im Juli zu einem Konzert in Themar. Quelle: dpa
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Themar

Das dritte Open-Air-Konzert der rechtsextremen Szene in einem Vierteljahr hat im südthüringischen Themar (Kreis Hildburghausen) am Samstag zu lautstarken, aber friedlichen Protesten geführt. An einer Demonstration durch die Kleinstadt beteiligten sich am Nachmittag etwa 150 Menschen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Mit schrillenden Trillerpfeifen und Blasmusik zogen sie zum Konzertgelände und ließen dort bunte Luftballons steigen. Zuvor hatten sich etwa 90 Menschen zu einem Friedensgebet eingefunden. Zu der als politische Versammlung angemeldeten Rechtsrock-Veranstaltung waren bis zum Abend rund 700 Konzertbesucher angereist.

„Noch ist die Spitze nicht erreicht“, so die Polizeisprecherin. Das Konzert soll bis weit in die Nacht dauern. Die Polizei ist in Themar mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Linke-Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss sprach von strengen Kontrollen am Einlass zum Veranstaltungsgelände auf einer privaten Wiese. Die Politikerin gehört zu einer Beobachtungsgruppe von Landtagsabgeordneten am Ort des Geschehens. Das Bündnis für Demokratie und Weltoffenheit Kloster Veßra, das zu den Protesten aufgerufen hatten, zeigte sich zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Polizeieinsatzes. Die Kontrollen seien „stringent“, sagte Sprecher Thomas Jakob.

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) sagte, die zusätzlichen Polizeikontrollen seien das Ergebnis einer Diskussion mit Polizeiführern. Dabei sei überlegt worden, wie man den Konzertbesuchern signalisieren könne, dass auch die Beamten sie ganz genau im Blick hätten. „So ein bisschen soll‘s ungemütlich werden für die“, sagte er der dpa. Deshalb würden nun auch Ordnungswidrigkeiten wie Falschparken konsequent angezeigt. Maier hatte sich selbst an der Demonstration gegen das Konzert beteiligt.

Der Minister zeigte sich zugleich überzeugt, dass es möglich sei, Themar als Veranstaltungsgelände für die Rechtsextremen unattraktiv zu machen. Wenn infolge von gesellschaftlichem und staatlichen Druck die Besucherzahlen der Konzerte sinken würden, mache die Szene dort nicht mehr so große Gewinne. „Dann werden die nicht mehr wieder kommen“, sagte er. Das Ziel der Konzerte dort sei immerhin eindeutig, Geld für die Szene zu beschaffen.

Das gut 2000 Einwohner zählende Themar ist zum dritten Mal in diesem Jahr Schauplatz eines Rechtsrock-Konzerts. Bereits im Sommer hatten zwei Konzerte, die ebenfalls nach dem Versammlungsrecht angemeldet worden waren, Zulauf von insgesamt 7000 Teilnehmern erhalten.

LVZ

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