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Mitteldeutschland Frühling im November: In Leipzig nächste Woche wieder fast 20 Grad warm
Region Mitteldeutschland Frühling im November: In Leipzig nächste Woche wieder fast 20 Grad warm
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15:36 08.11.2018
Strahlender Sonnenschein im bunten Blätterwald: Der November entpuppt sich in diesem Jahr als Frühlingsmonat. Quelle: dpa
Leipzig

Frühlingserwachen mitten im November: Die ungewöhnlichen hohen Temperaturen dieser Woche bleiben uns auch nächste Woche erhalten. Grund ist ein neues Hochdruckgebiet, dass in einigen Regionen weitere Rekordwerte verspricht. Schattenseite des strahlend-sonnigen Herbstwetters: Die anhaltende Trockenheit geht weiter.

Sehr milder Montag, Schauer bleiben Seltenheit

„Von den Höchstwerten her könnte man regional meinen, man sei mitten im Mai, nicht aber im November“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Portal wetter.net. Und so kann man wohl auch nächste Woche seinen Kaffee im Freisitz genießen. „Am Montag sind im Südwesten bis zu 22 Grad drin. Für Mitte November sind das Rekordwerte“, bestätigt Jung. Auch im Raum Leipzig wird es wieder ungewöhnlich warm: Nach dem kleinen Temperaturrückgang am Donnerstag und Freitag sind ab dem Wochenende wieder 16 Grad drin – und nur selten mal ein Schauer. Nächste Woche geht’s dann sonnig weiter. Am Montag klettert das Quecksilber in Richtung 20-Grad-Marke. Und auch für die weiteren Tagen sind zweistellige Werte und viel Sonnenschein vorhergesagt.

Wärmstes Wetterjahr seit 1881

„Schuld“ am November-Frühling ist ein neues umfangreiches Hochdruckgebiet, das sich mitten über Deutschland legt. „Das warme Wetter ist für November wirklich ungewöhnlich. Aber es verwundert kaum, denn bisher ist das gesamte Jahr 2018 mehr als ungewöhnlich. Es ist das wärmste Wetterjahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Da passt der warme November gut rein“, so Wettermann Jung.

Die Erdbeeren werden mitten im November rot: Wie hier im hessischen Riedstadt können die Bauern durch die ungewöhnliche Witterung bereits jetzt die Früchte einiger Frühsorten ernten. Quelle: dpa

Kurios: Bauern ernten Freiland-Erdbeeren

Zudem ist kein Ende der Dürre in Sicht. So extrem war bei uns die Trockenheit seit über 100 Jahren nicht mehr. „Glücklicherweise gibt es am Wochenende im Westen mal etwas Regen. Aber es ist viel zu wenig. Im Osten kommt davon fast gar nix an“, so Jung. Eine Folge: In Südhessen ernten die Bauern mitten im November Freiland-Erdbeeren. Einige Frühsorten würden bereits jetzt rote Früchte tragen, die Wetterkapriolen bescheren den Bauern diese unverhoffte Ernte, berichtete das Darmstädter Echo.

Auf dem Brocken bis zu 15 Grad warm

Vom Winter ist weit und breit nichts zu sehen. „Für Freunde von Schnee und Eis sind das echt miese Zeiten. Zwar haben wir erst November, aber in den vergangenen Jahren gab es da immer mal wieder die ersten Flocken, zumindest in den Mittelgebirgen. Doch das können wir in den kommenden Tagen weiter vergessen“, dämpft der Wetter.net-Experte alle Hoffnungen auf eine Winterlandschaft. Zuletzt wurden sogar auf dem über 1000 m hohen Brocken bis zu 15 Grad gemessen. An Schnee oder gar Wintersport ist da nicht zu denken. Im Unterschied zu den USA: Hier bereitet man sich auf den ersten kräftigen Wintereinbruch vor. Im Norden der USA wird in den nächsten Tagen mit kräftigen Schneefällen gerechnet.

Wintersportfans sehen Rot: Der Jahreszeitentrend der US-Meteorologen des Wetterdienstes NOAA prophezeit einen sehr milden Februar 2019. In den dunkelroten Gebieten wird es danach bis zu 3 Grad wärmer als normal, in den hellroten bis zu 2 Grad wärmer. Quelle: wetter.net

Fällt der Winter in dieser Saison etwa ganz aus?

Eiswinter in den USA, Mildwinter bei uns? Diese immer wieder auftretende Parallele ist nicht unwahrscheinlich. Der US-Wetterdienst NOAA, der mit seinen langfristigen Trends zuletzt oft richtig lag, hält jedenfalls einen sehr milden Winter bei uns für sehr gut möglich. Dezember, Januar und Februar sollen nach dieser Prognose deutlich wärmer als normal ausfallen. Dominik Jung sagt dazu: „Die ersten bekommen bereits Angst, dass der Winter 2018/2019 zu einem Totalausfall werden könnte. Doch das ist heute noch nicht vorherzusagen. Auch wenn die Klimatrends auf Mild-Winter setzen, kann es trotzdem Phasen mit Eis und Schnee geben. “ Nur für den November legt sich der Wettermann fest: Schnee und Eis in tieferen Lagen – das wird erst mal nix!

Von Olaf Majer

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