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Mitteldeutschland Fusion auf dem Fernbus-Markt: MeinFernbus und FlixBus schließen sich zusammen
Region Mitteldeutschland Fusion auf dem Fernbus-Markt: MeinFernbus und FlixBus schließen sich zusammen
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10:54 07.01.2015
MeinFernbus und Flixbus wollen sich zusammenschließen. Quelle: dpa
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Berlin/München

Durch die am Mittwoch angekündigte Fusion entstünde der mit Abstand größte Anbieter in Deutschland. 

„Wir bündeln unsere Stärken zu einem gemeinsamen Ziel und nehmen jetzt Kurs auf Europa“, sagte FlixBus-Gründer Jochen Engert. MeinFernbus-Gründer Torben Greve kündigte dichtere Fahrttakte und mehr Expressverbindungen an. In den nächsten Monaten wollen beide Anbieter ihre Streckennetze flächendeckend verbinden.

Zahlreiche Verbindungen von Leipzig und Dresden

Die Unternehmen gehören bereits jetzt zu den umsatzstärksten Anbietern auf dem Busmarkt und sind auch in Leipzig und Dresden mit zahlreichen Verbindungen aktiv. Marktführer MeinFernbus hatte sich 2011 in Berlin gegründet und betreibt aktuell rund 90 Linien in Deutschland und im grenznahen Ausland. FlixBus aus München wurde ebenfalls 2011 gegründet und firmierte zunächst unter dem Namen GoBus. Nach eigenen Angaben bot das Unternehmen Ende 2014 rund 5000 Direktverbindungen täglich in Deutschland und in europäische Nachbarländer an.

Der seit der Liberalisierung vor zwei Jahren boomende Fernbusmarkt bleibt damit in Bewegung. MeinFernbus hatte im vergangenen Jahr 7,2 Millionen Fahrgäste befördert, FlixBus 3,5 Millionen. Gemessen an den Fahrgästen dürften beide damit insgesamt gut die Hälfte des Fernbusmarktes abdecken. Diesen schätzte das Berliner Iges-Institut für 2014 auf etwa 20 Millionen Fahrgäste. Das Statistische Bundesamt will im Sommer die Zahlen für 2014 vorlegen.

Kartellamt kann Fusion wohl nicht stoppen

Andrang am Fernbus-Halt in der Goethestraße in Leipzig: In der Messestadt wird seit Jahren nach einem Standort für einen neuen Busbahnhof gesucht. Quelle: Volkmar Heinz

Details des geplanten Zusammenschlusses wollen beide Unternehmen an diesem Freitag in Berlin bekanntgeben. Am Mittwochmorgen wollten die Geschäftsleitungen zunächst die Mitarbeiter informieren. Die MeinFernbus GmbH beschäftigt an ihren Sitz in Berlin 250 Menschen, die Flixbus GmbH in München 230. Hinzu kommen mehrere Hundert Fahrer und Disponenten bei den mittelständischen Partner-Unternehmen.

Gemessen an den angebotenen Fahrten in Kilometern hatte MeinFernbus laut Iges Anfang Dezember einen Marktanteil von 46 Prozent, Flixbus lag mit 29 Prozent auf Platz zwei vor den Busmarken der Deutschen Bahn, die mit Berlinlinienbus und IC Bus 10 Prozent erreichte. Das Bundeskartellamt kann die geplante Fusion aus Sicht der Bus-Unternehmer nicht stoppen. Denn verglichen mit Flugzeug, Auto und Bahn deckt der Bus nur einen kleinen Teil des Fernverkehrsmarktes ab. Allein die Bahn hatte 2013 in ihren ICE-, IC- und EC-Zügen 131 Millionen Fahrgäste. 

Über die finanziellen Details des Geschäfts Schweigen sei vereinbart worden, hieß es. Beteiligt ist auch der Wachstumsfinanzierer General Atlantic. Dessen Deutschlandchef Jörn Nikolay sprach von einem enormen Wachstumspotenzial im europäischen Fernbus-Linienverkehr.

lvz

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