Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland GDL beschließt erneut Streiks bei der Deutschen Bahn - ganz Deutschland betroffen
Region Mitteldeutschland GDL beschließt erneut Streiks bei der Deutschen Bahn - ganz Deutschland betroffen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:26 19.04.2015
GDL-Chef Claus Weselsky geht von baldigen Streiks aus. (Archivbild) Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

„Es wird ganz Deutschland betroffen sein“, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Der neue Streik ist den Angaben zufolge vom dreiköpfigen Geschäftsführenden GDL-Vorstand um Gewerkschaftschef Claus Weselsky beschlossen worden. Damit ist allerdings noch nicht klar, welche Bereiche der Deutschen Bahn für wie lange bestreikt werden sollen. Dies will die GDL dann „rechtzeitig“ mitteilen - gemeinhin 24 Stunden vor Beginn des Ausstands.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) rief zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Der „Bild“-Zeitung sagte er: „Um die öffentliche Akzeptanz für Tarifauseinandersetzungen nicht über Gebühr zu strapazieren, sollte schnellstmöglich an den Verhandlungstisch zurückgekehrt werden.“ Bahnchef Rüdiger Grube hatte zuvor angekündigt, den Lokführerstreik noch verhindern zu wollen. „Uns geht es darum, eine Lösung ohne weitere Streiks zu erreichen“, sagte er den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“ (Samstag).

Zu möglichen Kontakten zwischen Bahn und Gewerkschaft nach dem Verhandlungsabbruch am Freitag schwiegen sich beide Seiten aber aus. Stattdessen bezichtigte Weselsky im „Deutschlandfunk“ Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber der Lüge. Hintergrund sind Aussagen Webers, man sei in den Verhandlungen weitergekommen und „einen Meter vor der Ziellinie“. Dazu sagte der Gewerkschaftschef: „Der Mann lügt an der Stelle.“ Der Bahnvorstand wolle kein Ergebnis erzielen. „Er streikt bei den Verhandlungen, und deswegen streiken die Zugpersonale mit aller Voraussicht nächste Woche wieder, um ihre Rechte durchzusetzen“. Prompt reagierte eine Bahnsprecherin: „Die GDL sollte dringend zu den Fakten und zur Sachlichkeit zurückkehren.“

Die Gewerkschaft hat in dem Konflikt um die Arbeitsbedingungen des Zugpersonals im vergangenen Jahr bereits viermal ihre Mitglieder zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen und den Bahnverkehr in Deutschland in großen Teilen lahmgelegt. Erst im Februar hatte die GDL einen weiteren Streik angekündigt. Er sollte bis zu 100 Stunden dauern und wurde nach Zugeständnissen der Bahn wieder abgeblasen. Anschließend waren beide Seiten wieder in die Tarifgespräche eingestiegen.  

GDL-Chef Weselsky moniert, die Bahn spiele auf Zeit. Denn im Sommer könnten die Karten neu gemischt werden, wenn das von der Bundesregierung geplante Gesetz zur Tarifeinheit in Kraft tritt und pro Betrieb nur noch eine Gewerkschaft den maßgeblichen Tarifvertrag abschließen kann. Die GDL hat dagegen bereits Verfassungsbeschwerde angekündigt und der Bahn immer wieder Verzögerungstaktik vorgeworfen.

Die GDL steht in Konkurrenz zur größeren Gewerkschaft EVG und strebt für ihre sämtlichen Mitglieder im Zugpersonal eigene Tarifverträge an. Bislang hatte die Spartengewerkschaft nur für Lokführer Abschlüsse vereinbart. Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche.

LVZ

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Gedenken an den Sieg über Hitler-Deutschland vor 70 Jahren haben Dutzende Russen eine mehrtägige Autotour von Moskau in die sächsische Stadt Torgau begonnen.

18.04.2015

Experten erwarten eine Ausweitung des Risikogebiets für die gefährliche Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Zwar erklärte im vergangenen Jahr das Robert-Koch-Institut (RKI) mit dem Vogtlandkreis erstmals einen sächsischen Landkreis zu einem Risikogebiet.

18.04.2015

Für die Bewohner der früheren Bundeswehr-Kaserne in Schneeberg ist der Besuch eine willkommene Abwechslung im eintönigen Alltag. Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) ist am Freitag in die Erzgebirgsstadt gekommen, um sich über die Lebensbedingungen der hier untergebrachten Flüchtlinge und Asylbewerber in der Erstaufnahme-Unterkunft zu informieren.

17.04.2015
Anzeige