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Mitteldeutschland Gedenken zum 17. Juni: Gauck erinnert an Opfer des DDR-Aufstandes von 1953
Region Mitteldeutschland Gedenken zum 17. Juni: Gauck erinnert an Opfer des DDR-Aufstandes von 1953
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16:52 17.06.2014
Bundespräsident Joachim Gauck. (Archivfoto) Quelle: dpa
Berlin

Nach dem niedergeschlagenen DDR-Volksaufstand vor 61 Jahren seien viele Aufständische verhaftet und zum Teil von den Sowjets nach Sibirien deportiert worden, betonte Gauck.

In Berlin legten Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (beide SPD) bei der zentralen Gedenkveranstaltung auf dem Friedhof Seestraße in Wedding Kränze nieder. Gauck erinnerte sich, er sei 1953 13 Jahre alt gewesen, sein Vater war schon 1951 in ein sibirisches Lager gekommen. „Ich wusste nicht, ob er noch lebte.“

Mit dem Aufstand habe es eine „unglaublich euphorische Stimmung“ sowie Hoffnung auf Änderung des DDR-Regimes gegeben. Doch der Westen habe nur zugesehen. Es sei tragisch gewesen, dass die DDR-Bürgerrechtler erst nach dem Mauerfall den 17. Juni 1953 wiederentdeckt und sich auf ihn bezogen hätten.

Bei einem Rundgang informierte sich Gauck über die Arbeit der Robert-Havemann-Gesellschaft. Sie hat das Archiv mit Dokumenten zum Widerstand gegen DDR-Obrigkeit, zu Umweltgruppen und kirchlichen Initiativen aufgebaut. Die Sammlung mit Protestschreiben an DDR-Behörden, verbotenen Flugblättern, Briefen, Plakaten, Fotos und Oppositionszeitungen gilt als einzigartig. Der Nachlass des DDR-Dissidenten Robert Havemann bildete den Grundstock.

Seit langem kämpft die Gesellschaft mit Sitz in einem Hinterhaus im Stadtteil Prenzlauer Berg um eine dauerhafte Finanzierung. Der Geschäftsführer der Gesellschaft, Olaf Weißbach, betonte, die Erinnerung an die friedliche Revolution und ihre Akteure sei keine ostdeutsche Angelegenheit. „Diese Revolution hat sowohl Ostdeutschland als auch Westdeutschland verändert.“ Gauck versprach, sich bei Abgeordneten im Bundestag und Ministerien für eine Dauer-Finanzierung einzusetzen. „Es gibt die Aussicht, dass sich etwas ändert.“

In rund 700 Orten der DDR waren am 17. Juni 1953 mehr als eine Million Menschen auf die Straße gegangen. Der Aufstand wurde von Panzern der sowjetischen Besatzungsmacht niedergewalzt. Nach Ansicht des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, sollte der 17. Juni wieder Nationalfeiertag werden. „Der 3. Oktober steht für das Inkrafttreten eines Vertrags zur Deutschen Einheit. Der 17. Juni 1953 steht für die Menschen“, sagte Jahn der Oldenburger „Nordwest-Zeitung“.

dpa

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