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Mitteldeutschland Gefeuerter MDR-Unterhaltungschef Foht klagt in Leipzig gegen Kündigung
Region Mitteldeutschland Gefeuerter MDR-Unterhaltungschef Foht klagt in Leipzig gegen Kündigung
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14:30 20.01.2012
Der ehemalige MDR-Unterhaltungschef Udo Foht (vorn r.) klagt vor dem Arbeitsgericht Leipzig gegen seinen früheren Arbeitgeber, den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) - sein Anwalt Andreas Mende (l) begleitet ihn zum Prozesstermin. Quelle: dpa
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Leipzig

Der Fernsehmanager klagte dagegen.

Unterdessen gehen die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Foht und elf weitere Beschuldigte aus der Medien- und Musikbranche wegen Bestechlichkeit und Bestechung, Untreue und Betrugs weiter. Die Staatsanwaltschaft Leipzig versucht, das „System Foht“ zu erhellen. Der langjährige Unterhaltungschef soll an den MDR-Gremien vorbei Geldströme zur Finanzierung von TV-Produktionen veranlasst haben.

Vor dem Arbeitsgericht räumte Foht ein, sich in all den Jahren „unkonventionell“ verhalten zu haben. Nur so habe er aber das „erfolgreiche“ MDR-Unterhaltungsprogramm gestalten können, betonte er. „Es gäbe heute keinen Florian Silbereisen, wenn ich mich korrekt an irgendwelche Dienstanweisungen gehalten hätte“, sagte er. Silbereisen ist ein deutschlandweit bekannter Fernsehmoderator, vor allem für Volksmusiksendungen.

Nach Fohts Darstellung waren die Abläufe bei dem öffentlich-rechtlichen Sender zu schwerfällig, um langfristig aufwendige TV-Produktionen anschieben zu können. Die Firmen hätten Vorauszahlungen benötigt - die so vom MDR nicht zu erhalten waren. Deswegen habe er dritte Firmen veranlasst, mit fünfstelligen Summen einzuspringen. Die Rückzahlungen sicherte er auf MDR-Briefbögen zu - für den Sender der Kündigungsgrund.

Foht, der vor dem Mauerfall beim DDR-Fernsehen gearbeitet hatte, sagte, er habe die Rückendeckung der MDR-Spitze gehabt. „In diesem Sender hat man mir, vom Intendanten angefangen, die Möglichkeiten eingeräumt, immer im Sinne und zum Nutzen für diesen Sender handeln zu können.“ Mit dem Vergleich ist der Streit um die Kündigung beendet. Wie lange die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern, ist noch nicht absehbar.

dpa

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