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Mitteldeutschland Gegen Lehrermangel: Verbeamtung bis 42 Jahre und Aufwertung von DDR-Abschlüssen
Region Mitteldeutschland Gegen Lehrermangel: Verbeamtung bis 42 Jahre und Aufwertung von DDR-Abschlüssen
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14:54 09.03.2018
Die Koalition in Sachsen hat ein Paket gegen den Lehrermangel geschnürt. Quelle: dpa
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Dresden

Im Wettbewerb um Lehrer geht Sachsen in die Offensive. Neulehrer sollen künftig verbeamtet werden, Rückkehrer können ihren Beamtenstatus behalten und Grundschullehrer werden besser bezahlt als in den meisten anderen Bundesländern. Auch viele Jahre im sächsischen Schuldienst tätige Lehrkräfte sollen finanzielle Vergünstigungen bekommen. Gleichzeitig sind Maßnahmen zur Entlastung der Lehrer vorgesehen. Dazu hat die Staatsregierung ein Programm in Höhe von über 1,7 Milliarden Euro für die nächsten fünf Jahre vorgelegt.

„Der früher geäußerte Vorwurf, dass andere Bundesländer für Lehrer bessere finanzielle Konditionen anbieten als Sachsen, gilt nicht mehr. Gleichzeitig haben wir vielfältige Maßnahmen beschlossen, um die Lehrkräfte wertzuschätzen und zu entlasten, die über viele Jahre unser sächsisches Schulsystem getragen haben und zu Erfolgen führen“, kommentierte Sachsens Kultusminister Christian Piwarz den Plan.

Sachsen und Berlin haben nicht verbeamtet

Sachsen ist neben Berlin das einzige Bundesland, das Lehrer bisher nicht verbeamtet. Das soll sich nun ändern. Ab 1. Januar 2019 sollen grundständig ausgebildete Neulehrer und Lehrer, die schon im sächsischen Schuldienst tätig sind, bis zur Vollendung des 42. Lebensjahres Jahren verbeamtet werden. Lehrer, die als Beamte aus anderen Bundesländern nach Sachsen wechseln, dürfen ihren Status behalten.

„Damit wollen wir all jenen Lehrerinnen und Lehrern eine Perspektive bieten, die den Freistaat einst verlassen haben. Und wir sagen allen Bewerbern, die hier studiert haben, aber aus anderen Bundesländern stammen: Bleiben sie in Sachsen“, so Kultusminister Piwarz. Die Möglichkeit der Verbeamtung soll bis Ende 2023 befristet werden. Bis dahin verbeamtete Lehrkräfte behalten den Beamtenstatus auch anschließend weiter.

Mehr Geld für Grundschullehrer

Darüber hinaus sollen ausgebildete Grundschullehrer nicht wie bisher in die Gehaltsgruppe E 11, sondern in die E 13 oder als Beamte in die A 13 eingruppiert werden. „Dieses Gehaltsangebot für Grundschullehrer gehört zu den führenden in Deutschland“, erklärte Piwarz.Für geleistete Mehrarbeit (Überstunden) werden Grundschullehrer ab 1. Januar 2019 ebenso entlohnt wie Lehrer der übrigen Schularten.

DDR-Lehrer in neuer Entgeltgruppe

Auch für die sogenannten „Lehrer unterer Klassen“ (DDR-Lehrer) wird gesorgt. Sie sollen zum 1. Januar 2019 in die Entgeltgruppe 13 (E 13) höhergruppiert werden.

Darüber hinaus wird durch Schaffung von 20 Prozent Beförderungsstellen den nicht verbeamteten aber ausgebildeten Lehrkräften an den weiterführenden Schulen ab 1. Januar 2019 eine Höhergruppierung in die E 14 angeboten. „Damit schaffen wir eine zusätzliche Aufstiegsmöglichkeit für verdiente Lehrkräfte“, so der Kultusminister.

Schulleiter bekommen Prämienbudget

Jede Schule erhält zudem ab 1. Januar 2019 ein frei aufteilbares Prämienbudget zur Ausgabe individueller und kollektiver Leistungsprämien. Über die Vergabe entscheidet der Schulleiter in Abstimmung mit dem Örtlichen Personalrat. Das Prämienbudget in Höhe von jährlich neun Millionen Euro wird auf die öffentlichen Schulen im Freistaat Sachsen entsprechend der Anzahl der Lehrkräfte an jeder Schule aufgeteilt.

Der Freistaat Sachsen startet darüber hinaus ein Programm „Senior-Lehrkräfte“. Damit soll allen Lehrern unmittelbar vor ihrem Renteneintritt eine Weiterbeschäftigung angeboten werden. Aufgabe der Senior-Lehrkraft ist die Begleitung und Einarbeitung von Seiteneinsteigern, Referendaren und Praktikanten sowie die Unterstützung der Schulleitung bei ihren organisatorischen Aufgaben. Eine Unterrichtsverpflichtung gehört nicht dazu.

Von LVZ

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