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Mitteldeutschland Generalstaatsanwaltschaft: Keine Anhaltspunkte für Video-Fälschung
Region Mitteldeutschland Generalstaatsanwaltschaft: Keine Anhaltspunkte für Video-Fälschung
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15:50 10.09.2018
Sachsens Generalstaatsanwalt Hans Strobl. Quelle: dpa
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Dresden

In der Auseinandersetzung um die Echtheit eines Hetzjagd-Videos aus Chemnitz hat die sächsische Generalstaatsanwaltschaft erneut der Darstellung von Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen widersprochen. „Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass dieses Video gefälscht worden sein könnte“, sagte Wolfgang Klein, der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, am Montag in Dresden. Maaßen hat am Montag einen Bericht zum Chemnitz-Video an den Innenminister abgegeben.

Man nehme das Video ernst und ermittele derzeit, „ob das Video authentisch ist“. Zugleich stellte Klein klar: „In dem Video ist keine Hetzjagd zu sehen.“ Aktuell liege eine Strafanzeige des betroffenen Mannes vor, der in der Aufnahme von einem Angreifer verfolgt wird.

Frauen bestätigen: Kein Sexualdelikt

Daneben teilte die Generalstaatsanwaltschaft neue Ermittlungsergebnisse zu dem in Chemnitz getöteten Deutsch-Kubaner mit. Es liege weder ein Sexualdelikt noch ein Raubfall vor, sagte der sächsische Generalstaatsanwalt Hans Strobl. Das hätten unter anderem Befragungen der beiden Frauen ergeben, deren Ehemänner bei den Auseinandersetzungen verletzt worden waren.

Verdächtige schweigen

Die Tatverdächtigen sagen zu den Vorgängen momentan nichts, fügte Strobl unter Verweis auf deren Verteidiger hinzu. Nach einem Beschuldigten wird derzeit noch gefahndet. Mehr wollte der Generalstaatsanwalt aufgrund von laufenden Ermittlungen nicht mitteilen.

Die Messerattacke war vor etwa drei Wochen der Auslöser einer Protestwelle und rechtsextremer Randale in Chemnitz gewesen. i

Von Andreas Debski

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