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Mitteldeutschland Gespräche zu Lehrermangel gescheitert - Finanzminister Unland spart weiter
Region Mitteldeutschland Gespräche zu Lehrermangel gescheitert - Finanzminister Unland spart weiter
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21:17 30.09.2016
Klassenzimmer Quelle: dpa
Dresden

Nach elf Verhandlungsrunden sind die Spitzengespräche zum Lehrermangel zwischen Staatsregierung und Gewerkschaften gescheitert. «Es gab unüberbrückbare Vorstellungen zu schulpolitischen Fragestellungen», sagte Sachsens Finanzminister Georg Unland (CDU) am Freitag. In der Sache habe man «hart miteinander gerungen», ohne jedoch zu einer Einigung gekommen zu sein. Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU), die sich noch vor wenigen Tagen optimistisch gab, zeigte sich enttäuscht. Ebenso der Vorsitzende des Lehrerverbandes, Jens Weichelt. «Die Lehrerinnen und Lehrer haben den Lehrermangel nicht zu verantworten und werden dafür nicht die Zeche zahlen». Kritik kam auch von den Gewerkschaften, die mit am Verhandlungstisch saßen, Willi Russ vom dbb sprach von einem «schwarzen Tag für die Bildung».

Miese Bezahlung: Sachsen laufen junge Lehrer davon

Die Verhandlungen liefen seit Juni. Lehrermangel ist seit Jahren ein Thema in Sachsen. Viele junge Lehrer verlassen nach dem Studium den Freistaat, weil in anderen Bundesländern bessere Bezahlung oder eine Verbeamtung locken. Im laufenden Schuljahr konnten nur mit Mühe alle Stellen besetzt werden, davon rund 45 Prozent mit Quereinsteigern.

Unland kündigte an, gemeinsam mit dem Kultusministerium ein Maßnahmen-Paket vorzustellen, das zum einen den Lehrerberuf attraktiver gestalten sowie die Versorgung Sachsens mit Pädagogen sichern soll. «Es wird Verbesserungen für verschiedene Lehrergruppen geben», so der Finanzminister. Dabei gehe es etwa um Zulagen oder Fragen der Eingruppierung. Laut Kultusministerin soll das Paket möglichst schnell geschnürt und dem Landtag vorgelegt werden. «Da darf es keine Zeitverzögerung mehr geben», so Brunhild Kurth.

Gewerkschaft spricht von Mogel-Packung

Der dbb sprach nach dem Scheitern der Gespräche von einer «Mogelpackung»: «Zwar wurden uns Verbesserungen für neueingestellte Lehrkräfte in Aussicht gestellt. Den Preis dafür zahlen sollte jedoch die heutige Lehrergeneration und hier vor allem die älteren Beschäftigten.» Unter anderem ging es bei dem Verhandlungen um ermäßigte Pflichtstunden am Gymnasium ab einem gewissen Alter.

Uschi Kruse von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) betonte, dass man weiterhin bereit sei, mit der Regierung zu reden - schloss aber einen möglichen Arbeitskampf nicht aus. «Nach den Ferien werden wir mit unseren Kollegen darüber reden, wie wir weitermachen.»

LVZ

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