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Gewalt im Fußball: Expertenausschuss berät in Magdeburg

Gewalt im Fußball: Expertenausschuss berät in Magdeburg

Der Schauplatz lag zweimal in Halle, einmal in und einmal außerhalb des Kurt-Wabbel-Stadions: Bei Zusammenstößen mit Gewalttätigen wurden im Juni und im September 2009 insgesamt 35 Polizisten verletzt.

Magdeburg. Das Ausmaß der Brutalität erschreckte damals die Öffentlichkeit. Über die Frage, wie diese Gewalt in den Griff zu bekommen ist, berieten am Donnerstag in Magdeburg Experten in einer Anhörung des Innenausschusses. Gefordert wurde ein Bekenntnis der Fans für Gewaltfreiheit und eine „soziale Kontrolle“ in den Fan- Gruppierungen, um die schwarzen Schafe auszusortieren.

Immerhin, so stellte Innenminister Holger Hövelmann (SPD) fest, gebe es Fortschritte bei den Bemühungen zur Eindämmung von Gewalt und eine verbesserte Zusammenarbeit: „Wir sind einen Riesenschritt vorwärtsgekommen.“  Es müsse aber noch einiges verbessert werden; etwa Kontrollen, damit betrunkene Fußballfans und Feuerwerkskörper nicht in Stadien gelangen könnten. Der Präsident des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt, Werner Georg, wies darauf hin, dass friedliche Fans in der Mehrzahl seien und das Bild von einzelnen Vorfällen getrübt werde. Er gab aber zu bedenken, dass Rechtsradikalismus auch am Rande von unterklassigen Fußballspielen zunehmend ein Problem werde.

Hintergrund der Anhörung sind die Angriffe auf Polizisten nach dem Regionalligaspiel zwischen dem Halleschen FC und dem 1. FC Magdeburg am 26. September 2009. „Man hat die Polizei überfallen“, sagte Generalstaatsanwalt Jürgen Konrad. Die Beamten seien aber nicht - wie oft dargestellt - in einen Hinterhalt gelockt worden. 22 Gewalttäter seien inzwischen identifiziert worden. 18 Polizisten wurden damals verletzt. Dreieinhalb Monate zuvor hatten HFC-Fans nach dem Spiel gegen den VFC Plauen den Gästeblock gestürmt, 17 Polizisten waren bei diesem Einsatz verletzt worden. Die Polizei sucht in dem Fall mit einer Öffentlichkeitsfahndung noch nach beteiligten Tätern.   

CDU-Innenpolitiker Jens Kolze bekräftigte in der Anhörung vehement seine Forderung, Gummigeschosse gegen Gewalttäter einzusetzen. „Ich denke, das wäre eine wirksame Möglichkeit, um Polizisten besser zu schützen“, sagte er zu den Angriffen im September und sprach von versuchtem Mord. Die Polizei-Vertreter lehnten diese Forderung aber deutlich ab. Zu befürchten wäre eine weitere Eskalation der Gewalt, argumentierten die Polizei-Präsidenten aus Magdeburg und Halle, Wolfgang Mönckmeyer und Walter Schumann. Die Linke-Abgeordnete Gudrun Tiedge sprach sich ebenso gegen eine „Aufrüstung“ der Polizei aus, auch Guido Kosmehl (FDP) erteilte Kolze eine Absage.

Die Präsidenten der immer wieder in den Schlagzeilen stehenden Fußballvereine aus Halle und Magdeburg, Michael Schädlich und Volker Rehboldt, verwiesen darauf, dass in Zusammenarbeit mit Polizei und Fans in beiden Städten einiges vorbeugend gegen Gewalt unternommen werde. Wichtig sei, dass Gewalttäter konsequent bestraft würden, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen, sagte Schädlich.

dpa

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