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News Gewitter über Mitteldeutschland: Drei Verletzte – größere Schäden blieben in Sachsen aus

Gewitter über Mitteldeutschland: Drei Verletzte – größere Schäden blieben in Sachsen aus

Örtliche Gewitter haben den Hochsommer in Sachsen vorerst beendet. Größere Unwetter blieben bis auf Hagelschauer in der Sächsischen Schweiz und im Osterzgebirge bisher aus, wie Meteorologe Jens Oehmichen vom Deutschen Wetterdienst am Mittwoch sagte.

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Das Schwitzen ist vorerst vorbei: Gewitter über Mitteldeutschland sorgten am Mittwoch für Abkühlung.

Quelle: dpa

Leipzig. Drei Menschen sind nach heftigen Gewitterstürmen im Süden Sachsen-Anhalts in Krankenhäuser gebracht worden.

Nach der Hitzewelle der vergangenen Tage war am Vormittag gegen 9.30 Uhr eine Gewitterfront über den Raum Leipzig hinweggezogen und hat für leichte Abkühlung gesorgt. „Für diese Tageszeit war es ein relativ kräftiges Gewitter“, so Oehmichen. In der Region Leipzig-Halle wurden bis zu 2500 Blitzentladungen innerhalb von zehn Minuten registriert. Während in der Messestadt nur noch 20 Grad gemessen wurden, waren es in Hoyerswerda im Osten noch 31 Grad. Nach Angaben der Meteorologen könnten sich bis zum Abend weitere „durchaus auch unwetterartige“ Gewitter entwickeln, vor allem im Erzgebirge und Ostsachsen. Die Kaltfront ziehe dann in der Nacht durch.

Polizei und Feuerwehr meldeten zunächst keine Schäden in der Region Sächsische Schweiz und Osterzgebirge. In Markkleeberg bei Leipzig schlug ein Blitz in den Dachstuhl eines Einfamilienhauses ein und löste einen Schwelbrand aus. Die Bewohner des Hauses sind derzeit im Urlaub, aufmerksame Nachbarn hatten den Rauch bemerkt und sofort reagiert. In Bad Muskau (Landkreis Görlitz) brannten nach Angaben der Polizei rund 50 Quadratmeter Ödland. In Zschornau (Landkreis Bautzen) züngelten Flammen auf etwa 100 Quadratmeter Waldboden. In Teilen der beiden Landkreise herrscht derzeit die höchste Waldbrandwarnstufe.

Tausende Haushalte ohne Strom

In Halle wurde die Feuerwehr wegen der technischen Störung eines Brandmelders zum ehemaligen Thalia-Theater in die Kardinal-Albrecht-Straße gerufen – vermutlich sei der Alarm durch einen Blitzeinschlag ausgelöst wurden, teilte Stadtsprecher Drago Bock mit. Zwei Männer, die sich zum Zeitpunkt des Einschlags in einem nahegelegenen Haus aufgehalten hatten, wurden vorsorglich ins Diakoniekrankenhaus gebracht. In Bitterfeld-Wolfen sei ein Monteur durch einen Blitz verletzt worden, sagte ein Sprecher der Rettungsleitstelle in Köthen. Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld sind nach Polizeiangaben zwei Dachstühle nach Blitzeinschlägen in Brand geraten. Zudem würden die Zeiger der Turmuhr von Halles Wahrzeichen – dem Roten Turm – seit 9.25 Uhr stillstehen. Auch hier sei ein Blitz eingeschlagen. Handwerker kümmerten sich um die Reparatur.

In mehreren Orten im Süden von Sachsen-Anhalt war der Strom ausgefallen. Besonders stark betroffen waren der Burgenlandkreis, der Saalekreis und der Landkreis Anhalt-Bitterfeld. In der Spitze seien gegen 10 Uhr bis zu 22.000 Kunden gleichzeitig ohne Strom gewesen, teilte Claudia Anke von der Mitteldeutschen Netzgesellschaft mit. Ursache waren Blitzeinschläge, umgestürzte Bäume oder abgebrochene Äste, welche Anlagen und Leitungen beschädigten. Am Mittwochnachmittag waren noch rund 1.500 Kunden unter anderem im Saalekreis und im Landkreis Anhalt-Bitterfeld ohne Strom.

Behinderungen im Bahnverkehr

Wegen des Unwetters am Mittwochmorgen kam es zur kurzzeitigen Störungen im Zugverkehr. „Insgesamt gab es aber wenig Auswirkungen“, wie Jörg Bönisch, Pressesprecher Deutschen Bahn, mitteilt. In Halle-Steintorbrücke und nahe Köthen wurden mehrere Sicherungslagen vom Blitz getroffen. Störungen wurden auch von der Strecke Halle-Bitterfeld-Dessau und aus dem Raum Eisleben gemeldet. Verzögerung und Ausfälle gab es auf der S-Bahn-Linie 7.

In Erfurt war der Regen am Vormittag so ergiebig, dass Keller vollliefen und Gullys die Wassermengen zeitweilig nicht fassen konnten. In einem Reihenhaus in der Landeshauptstadt schlug ein Blitz in den Dachstuhl ein. Von den Ausmaßen der Unwetter in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen war Thüringen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes jedoch weit entfernt.

Mit der ungewöhnlichen Hitze ist zunächst Schluss, die Tageswerte sinken laut Jens Oehmichen in Sachsen schrittweise bis Sonnabend auf unter 20 Grad. „In den nächsten Tagen bestimmt ein Mix aus Sonne und Wolken das Wetter, mit gelegentlichen Schauern.“ Die Temperaturen liegen nur noch zwischen 21 und 24 Grad.

bw/-tv/dpa

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