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Mitteldeutschland Glascampus Torgau soll Fachkräfte in der Region halten
Region Mitteldeutschland Glascampus Torgau soll Fachkräfte in der Region halten
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21:00 28.11.2018
Glas auch als Projektionsfläche: Nordsachsen Landrat Kai Emanuel (l.) und Klaus-Dieter Barbknecht, Rektor der TU Bergakademie Freiberg, stellten am Mittwoch den Torgauer Campus vor. Quelle: Landratsamt Nordsachsen
Torgau

Einen Glaspalast als optische Konkurrenz zur Gläsernen Fabrik wird es in Torgau vorerst nicht geben, auch wenn der klangvolle Name Glascampus das glauben machen könnte. Dahinter steckt vielmehr die Idee einer Bildungseinrichtung für Fachkräftenachwuchs für die Glasindustrie. Techniker, Meister und Akademiker sollen an einer Professionell School lernen, studieren und sich weiterbilden können.

Nordsachsens Landrat Kai Emanuel (parteilos) und der Rektor der Technischen Universität (TU) Bergakademie Freiberg, Professor Klaus-Dieter Barbknecht, stellten das Projekt am Mittwoch im Schloss Hartenfels an der Elbe vor. Für effektive und praxisnahe Forschung sei eine enge Kooperation mit der Wirtschaft wichtig, betonte Barbknecht. Und Torgau sei mit seinem Flachglaswerk und Villeroy und Boch eine bekannte Größe der sächsischen Glas- und Keramikindustrie.

„Deshalb ist der Glascampus ein gutes Projekt, das allen Beteiligten viel Freude machen wird.“ Es gehe auf eine gemeinsame Initiative der mitteldeutschen Glas-, Keramik- und Baustoffwirtschaft und der Wirtschaftsförderung Nordsachsen in Kooperation mit der Bergakademie Freiberg und dem Beruflichen Schulzentrum Torgau zurück.

Auf einen ersten Spatenstich könne man getrost verzichten, weil alle benötigten Räume bereits im Beruflichen Schulzentrum und an der kleinsten sächsischen Uni vorhanden sind. „Direkt in Ausbildung zu investieren, ist zukunftsorientierter, als Neubauten für Zig Millionen zu errichten“, sagte Barbknecht.

Starten soll der Glascampus mit einer Weiterbildung im nächsten Sommer. Momentan werde der genaue Bedarf der Unternehmen ermittelt. Die Ergebnisse dieser Studie sollen ebenso wie der kalkulierte Finanzbedarf im kommenden Frühjahr vorgestellt werden.

Noordsachsens Landrat Kai Emanuel (r.) und der Rektor der TU Bergakademie Freiberg, Klaus-Dieter Barbknecht, unterzeichneten am Mittwoch in Torgau für den Glascampus. Quelle: Landratsamt Nordsachsen

Mit dem Glascampus und der von neun mitteldeutschen Landräten forcierten Ost-West-Verkehrsachse „Milau“ zwischen dem Bitterfelder und dem Lausitzer Revier sind gleich zwei für den Landkreis Nordsachsen bedeutsame Infrastrukturprojekte im Zwischenbericht der Kohle-Kommission aufgenommen worden. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte das Torgauer Projekt wiederholt gelobt.

„Für uns ist das die Bestätigung, dass der gerade in unserem Landkreis Nordsachsen mit Vehemenz und Leidenschaft vorangetriebene Weg einer zukunftsorientierten Infrastruktur der Richtige ist“, sagte Landrat Emanuel.

„Mit neuen Bildungsangeboten, besseren Verkehrsanbindungen, aber auch dem schon in der Umsetzung befindlichen Breitbandausbau werden wir unseren Landkreis als attraktiven Arbeits- und Lebensraum positionieren.“

Die Ost-West-Straßenverbindung „Milau“, die von Bitterfeld über Torgau nach Weißwasser führen könnte, soll Unternehmensansiedlungen in den strukturschwachen Regionen erleichtern. In der von den beteiligten Landräten unterzeichneten Torgauer Erklärung wird betont, das Verkehrsprojekt „Milau“ dulde keinen Aufschub.

Landrat Emanuel, der das Projekt maßgeblich forciert hatte, unterstützt deshalb den von der Kohle-Kommission in diesem Zusammenhang angeregten Revierbonus: „Wir brauchen einfach eine höhere Geschwindigkeit bei der Planung und Finanzierung von derartigen Infrastrukturvorhaben“, sagte Emanuel.

Von Winfried Mahr

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