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Mitteldeutschland Gleicke verteidigt Studie zu Rechtsextremismus im Osten – Kosten: 129.391,86 Euro
Region Mitteldeutschland Gleicke verteidigt Studie zu Rechtsextremismus im Osten – Kosten: 129.391,86 Euro
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14:33 24.05.2017
Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke. Quelle: dpa
Berlin - 

Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke, hat davor gewarnt, den Rechtsextremismus in Ostdeutschland kleinzureden. Damit reagierte die SPD-Politikerin am Mittwoch auf scharfe Kritik an einer von ihr vorgestellten Studie, nach der Ostdeutsche besonders anfällig für rechtsextreme Umtriebe sind.

„Ursachen müssen schonungslos und ohne Tabus aufgedeckt und offengelegt werden, denn Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus sind eine ernste Bedrohung für den sozialen Frieden und die wirtschaftliche Entwicklung in Ostdeutschland“, sagte sie laut Pressemitteilung. Sie sehe keinen Grund für Zweifel an Inhalt und Methodik der Studie des Göttinger Instituts für Demokratieforschung.

In CDU-Kreisen hatte sich Unmut über die Methodik der Studie geregt. Der Ansatz, sich auf 40 Interviews zu stützen, sei „mehr als zweifelhaft“, sagte Unionsfraktionschef Volker Kauder der „Bild“-Zeitung (Mittwoch). Kritik entzündete sich auch daran, dass das Institut Experten anonym zu Wort kommen ließ.

Es seien keine Interviewpartner für die Studie erfunden oder fingiert worden, sagte Gleicke. Eine Verfremdung oder Anonymisierung von Namen sei beim Rechtsextremismus völlig normal: „Wer sich klar gegen Rechts positioniert, kann Opfer von rechter Gewalt werden. Da ist es völlig verständlich, wenn nicht die Klarnamen verwendet werden.“

Es gebe keine Veranlassung, daran zu zweifeln, dass der Auftragnehmer die Studie nach aktuellen wissenschaftlichen Standards ausführte, sagte Gleicke. Es handele sich nicht um eine repräsentative Studie, sondern um „Qualitative Sozialforschung“. Die Kosten der Expertise gab Gleicke auf Euro und Cent genau an: 129 391,86 Euro.

Von LVZ