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Mitteldeutschland Glückskurve der Deutschen geht nach unten
Region Mitteldeutschland Glückskurve der Deutschen geht nach unten
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23:36 30.12.2016
Das Glücksgefühl der Deutschen im Jahresverlauf. Quelle: Uniqma / Grafik: Patrick Moye
Leipzig

Waren mit dem Vorjahr noch beachtliche 43 Prozent der Ostdeutschen sehr zufrieden, so sank ihr Anteil jetzt 2016 auf 37 Prozent. Im Westen fiel die Quote der Glückpilze von 42 auf 40 Prozent. Das ergab eine Umfrage des Leipziger Meinungsforschungsinstituts Uniqma im Auftrag der Leipziger Volkszeitung. Befragt wurden dafür im Dezember deutschlandweit telefonisch 1005 repräsentativ ausgewählte Erwachsene.

„Die Bürger ziehen für das zurückliegende Jahr 2016 eine Bilanz, die deutlich schlechter ausfällt als in früheren Jahren. Und dass es im nächsten Jahr besser wird, glauben auch weniger als zuvor“, sagt dazu Dr. Andreas Czaplicki, der Leiter des Uniqma-Institutes. Warum das Bild so eingetrübt ist, zeige der Blick auf die Erwartungen, die die Bürger für das kommende Jahr hegen. „Glück und Gesundheit, das ist, was die meisten für sich persönlich erhoffen. Auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen: dass die Wirtschaft prosperiert und die Arbeitslosigkeit zurückgeht, glauben deutlich mehr Menschen als in den Jahren zuvor“, erklärt Czaplicki. Das private Glück werde aber getrübt durch die Krisen und Gefahren, die von außen kommen und die als Bedrohung empfunden werden. Da seien die Bürger in Ost und West sehr nah beieinander.

Nur für jeden Fünften lief es 2016 richtig schlecht

Zu den Sorgen der Deutschen gehören das Andauern der Flüchtlingskrise und die Furcht, dass terroristische Angriffe zunehmen. Beide Befürchtungen sind aber im Vergleich zum Vorjahr geringer geworden. Diese Tatsache sowie der Blick auf die Kurve der Zufriedenheit in den Jahren zuvor, macht allerdings deutlich, dass in Deutschland keine Weltuntergangsstimmung herrscht. Im Gegenteil: Wenn sich 37 Prozent im Osten als Glückpilze bezeichnen, dann ist das vergleichsweise immer noch ein hoher Wert. Das ist eine Dimension des Wohlfühlens, die zwischen 2001 und 2009, als die Arbeitslosigkeit höher war und Kriege in Afghanistan und im Irak die Stimmung drückten, nie erreicht wurde. Die Tiefpunkt war 2002, als nur 26 Prozent im Osten sich wirklich rundum glücklich fühlten.

Ein Drittel in Ost und West empfindet zudem keine Veränderung zum Vorjahr. Nur für mehr als jeden Fünften lief es 2016 richtig schlecht.

Die Erwartungen für 2017 im Vergleich zu 2016. Quelle: Uniqma / Grafik: Patrick Moye

Mit dem Vorausblick ist es ähnlich. Auch wenn jetzt weniger als 2015 erwarten, dass das neue Jahr besser wird als das alte, so ist doch mehr als jeder dritte Befragte (38 Prozent) ein großer Optimist. Das sind mehr positiv Gestimmte als in so manchem zurückliegenden Jahr. Mehr als die Hälfte bleibt zudem gelassen und erwartet keine großen Veränderungen. Nur etwa jeder Zehnte befürchtet Schlimmes.

Bei so viel überwiegender Zuversicht solltet es genügend Gründe geben für ein freudiges „Prosit 2017“.

Von Anita Kecke

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