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News Grabfeld für Muslime in Dresden übergeben - Islamische Beerdingungen in Leipzig seit 1998 möglich

Grabfeld für Muslime in Dresden übergeben - Islamische Beerdingungen in Leipzig seit 1998 möglich

Mit einer feierlichen Zeremonie hat die Stadt Dresden ihrer muslimischen Gemeinde am Donnerstag ein eigenes Gräberfeld auf dem Heidefriedhof übergeben. Die 440 Quadratmeter große Fläche wird künftig 70 Menschen eine letzte Ruhestatt bieten.

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Imam Ali Aylanc von der Türkisch Islamischen Gemeinde (links, rechts: Ahmed Aslaoui vom Islamischen Zentrum Dresden) singt zur Übergabe des neuen muslimischen Begräbnisortes auf dem Heidefriedhof ein islamisches Totengebet aus dem Koran

Quelle: Jane Jannke

Dresden. Ahmed Aslaoui vom Islamischen Zentrum in Dresden deutete die Gabe der Stadt als Zeichen der Akzeptanz gegenüber der islamischen Kultur.

Ungewohnte Klänge hallten am Nachmittag über den Heidefriedhof, als Imam Ali Aylanc von der Türkisch-Islamischen Gemeinde zu Dresden ein feierliches islamisches Totengebet anstimmte. Auch wenn die Sonne erst mal vorsichtshalber den Regen vorschickte: Für die momentan 3200 Mitglieder umfassende muslimische Gemeinde in Dresden war der 29. März 2012 allemal ein Freudentag.

Ahmed Aslaoui vom Islamischen Zentrum sprach von der "Erfüllung des lange gehegten Wunsches, Muslime auch in ihrer Wahlheimat korrekt bestatten zu können". Zwar ließen sich die meisten nach ihrem Tod nach wie vor in ihren Herkunftsländern beerdigen, doch wachse zusehends der Wunsch, sich als Zeichen des Bekenntnisses zur neuen Heimat auch in deren Erde bestatten zu lassen.

Seit 1996 gab es auf dem Heidefriedhof lediglich einen sehr kleinen Begräbnisbereich. Im Vordergrund das Grab des Ehemannes der Dresdner Ausländerrätin In Am al Sayad Mahmood, der vergangene Woche verstarb.

Saad Elgazar, Vorsitzender des Marwa Elsherbiny Kultur- und Bildungszentrums Dresden, dankte der Stadt für ihre "große Geste". Die muslimischen Gemeinden in Deutschland seien über Jahrhunderte gewachsen, doch erst mit der Generation der Gastarbeiter habe ein Trend zur Verwurzelung in der neuen Heimat eingesetzt. "Wir werden in dieser Gesellschaft immer eine Minderheit sein, dennoch hat der Islam viel zu geben", betonte Elgazar.

Von einer Minderheit, die nicht ausgegrenzt würde, ginge auch keine Bedrohung für die Mehrheitsgesellschaft aus. Zum Abschluss wartete der studierte Physiker noch mit einer Überraschung auf: Als Zeichen seiner tiefen Verbundenheit mit seiner Wahlheimat Dresden habe er seinen künftigen Begräbnisort auf dem neuen Grabfeld bereits gewählt.

Im Islam gilt der tote Mensch als mindestens ebenso wertvoll wie der lebendige, vielleicht sogar noch ein wenig mehr, wie Saad Elgazar verriet: "Der Tod bedeutet für uns den Wechsel von einer vergänglichen Welt in eine beständige." Nach islamischem Brauch werden Verstorbene zunächst nach traditionellem Ritus gewaschen und anschließend in eine ungerade Anzahl an Leinentüchern gewickelt. Anschließend werden sie möglichst noch am Tag ihres Todes, maximal aber am dritten Tage danach, in Ausrichtung gen Mekka bestattet.

Das neue Grabfeld im Norden des Heidefriedhofes entspricht dem Wunsch der Gemeinde nach einem separaten, von den übrigen Gräbern zwar abgegrenzten, aber nicht abseits liegenden Begräbnisort. Nicht zuletzt sei die Stadt damit einer Bitte des türkischen Generalkonsuls nachgekommen, der die Stadt bei einem Besuch vor rund einem Jahr in Dresden um die Bereitstellung einer solchen Stätte gebeten hatte, wie Dresdens Erster Bürgermeister Dirk Hilbert (FDP) in seiner Ansprache verriet. Integration sei eine der wesentlichen Aufgaben der Stadt, die unter anderem in der Schaffung eines angemessenen Begräbnisplatzes Ausdruck finde, so Hilbert.

Nicht zuletzt sei die Frage des Umganges mit den Toten eine Frage der Menschenwürde, konstatierte Martin Kuhrau, Leiter des Referats für Kirchenfragen, der Staatskanzleichef Johannes Beermann vertrat. Der neue muslimische Friedhofsbereich schlage ein neues Kapitel des friedlichen Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Kulturen auf.

Was in Dresden feierlich eröffnet wurde, besteht in Leipzig bereits seit 1998. In der Messestadt haben Muslime auf dem Ostfriedhof die Möglichkeit ihre Angehörigen auf einem eigenen Gräberfeld zu beerdigen. „Die Konzeption entstand in enger Abstimmung mit der Al-Rhaman Moschee“, berichtete Volker Mewes, Fachmann für Friedhofsrecht beim Amt für Stadtgrün und Gewässer.

Daneben existieren in Leipzig auch zwei Israelitische Friedhöfe und ein Grabfeld für Menschen russischen-orthodoxen Glaubens.

Jane Jannke/Matthias Roth

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