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Mitteldeutschland Grüne: Sachsen braucht mehr Engagement für Homosexuelle und Vielfalt
Region Mitteldeutschland Grüne: Sachsen braucht mehr Engagement für Homosexuelle und Vielfalt
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12:23 17.05.2018
Archivfoto Quelle: dpa
Dresden 

Die sächsische Grünen-Fraktion wirft der Landesregierung vor, sich zu wenig für die Vielfalt von Lebensentwürfen einzusetzen. „Ich erwarte von der Staatsregierung mehr und vor allem entschlossenes und ernsthaftes Engagement zur Verbesserung der Lebenslagen von schwulen, lesbischen, bi-, trans- und intersexuellen sowie queeren Menschen“, erklärte die gleichstellungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Katja Maier, am Donnerstag in Dresden. Anlass war der Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie. Auch in Sachsen waren dazu am Donnerstag vielfältige Aktionen geplant.

„Vor allem die Sozialministerin und der Justizminister scheinen besonders wenig Interesse an der Verbesserung der Situation dieser Menschen zu haben“, kritisierte die Landtagsabgeordnete Maier. Vor dem Hintergrund von „wiederholt auftretenden Schwierigkeiten bei Personenstands- und Namensänderungen von transsexuellen Menschen am Amtsgericht Leipzig liegt für mich der Mangel an Sensibilität bei den Justizbehörden auf der Hand“, fügte sie hinzu.

Das Justizministerium etwa habe seine Prüfung, wie Behörden für die Belange dieser Menschen sensibilisiert werden können, auch nach über einem halben Jahr noch nicht abgeschlossen, erklärte Maier. Es entstehe der Eindruck, dass Sachsens Gleichstellungsministerin Petra Köpping (SPD) nur wenig Unterstützung in diesen Fragen der Gleichstellung und Diskriminierungsbekämpfung bekommt.

Köpping hatte einen Landesaktionsplan zur Akzeptanz der Vielfalt von Lebensentwürfen vorgelegt. Darin werden ganz konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation von lesbischen, schwulen, bi-, trans- und intersexuellen sowie queeren Menschen (LSBTTIQ) aufgeführt. Doch auch im sächsischen Sozialministerium herrsche zu diesen Themen „Stillstand“, erklärte Maier.

Dabei seien die Vorurteile in Sachsen trotz aller Aufgeklärtheit immer noch enorm. Diskriminierungen von Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer geschlechtlichen Identität gehörten zum Alltag. Der Sachsenmonitor habe das bestätigt.

Mit öffentlichen Kundgebungen wollten Lesben und Schwule am Donnerstag sachsenweit für vielfältige Lebensweisen auf die Straße gehen. In zehn Städten war zu sogenannten Rainbowflashs eingeladen worden.

Von LVZ