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Mitteldeutschland Grüne sehen Flaute beim Bau von Windrädern
Region Mitteldeutschland Grüne sehen Flaute beim Bau von Windrädern
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08:02 07.04.2018
Die sächsischen Grünen beklagen eine Flaute beim Bau neuer Windkraftanlagen im Land. Quelle: dpa
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Leipzig

Braunkohle statt Windenergie: Sachsens Grüne kritisieren den ihrer Meinung nach ungenügenden Bau von Windkraftanlagen im Bundesland Sachsen. Der energiepolitische Sprecher der Fraktion, Gerd Lippold, besuchte in der vergangenen Woche alle im Jahr 2017 gebauten Anlagen im Freistaat. „Die Bilanz meiner Tour fällt leider verheerend aus. Nur 16 neue Windkraftanlagen wurden im letzten Jahr in Sachsen errichtet“, so Lippold. Lediglich 15 davon seien an das Stromnetz angeschlossen. „Das ist weniger als ein Prozent der knapp 1800 Neuanlagen in der Bundesrepublik“, kritisierte er.

Dass selbst der Stadtstaat Hamburg (20) und das Saarland (36) im vergangenen Jahr an Sachsen vorbeigezogen sind, mache die Misere überdeutlich. Mehr noch: „In den Bundesländern Thüringen (45) und Rheinland-Pfalz (82), die etwa die gleiche Fläche wie der Freistaat Sachsen aufweisen, wurden im letzten Jahr drei beziehungsweise fünf Mal so viele Windkraftanlagen installiert.“ Im grün-schwarz regierten Baden-Württemberg seien sogar 128 Anlagen entstanden, erinnert Lippold.

Der Grüne forderte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) gestern auf, „die Blockade der Windenergie in Sachsen“ – wie im Koalitionsvertrag zugesagt – zu beenden. So müsse auch in der Sächsischen Energieagentur (SAENA) eine Servicestelle Windenergie etabliert werden, um den Ausbau voranzubringen. Einen entsprechenden Antrag habe seine Fraktion bereits in den Landtag eingebracht.

„Die durch das sture Setzen auf die Braunkohle motivierte Blockadepolitik im Freistaat birgt die Gefahr in sich, dass Sachsen nach dem in den nächsten 15 Jahren unumgänglichen, weitgehenden Kohleausstieg als energiewirtschaftliches Entwicklungsland dasteht“, warnte Lippold.

Von Roland Herold

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