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Mitteldeutschland Gysi: Pegida-Zulauf in Sachsen auch wegen ostdeutscher Mentalität
Region Mitteldeutschland Gysi: Pegida-Zulauf in Sachsen auch wegen ostdeutscher Mentalität
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15:18 10.01.2015
Der Linke-Bundestagsfraktionsvorsitzende Gregor Gysi. Quelle: Rainer Jensen/Archiv
Berlin/Dresden

Dies sei zumindest bei den Älteren der Fall, sagte Gysi auf eine entsprechende Frage des „Tagesspiegels“ (Samstag).

„Dort lebte man ja in einer eingeschlossenen Gesellschaft, kannte die Welt nur aus dem Fernsehen. Von einem Tag auf den anderen wurden diese DDR-Bürger dann nicht nur zu Deutschen, sondern gleich noch zu Europäern und Weltbürgern.“ Gleichzeitig hätten sie erlebt, „wie sich in ihrer Umgebung alles verfremdete, weil andere Kulturen, andere Menschen Einfluss bekamen. So entstanden Überforderungssituationen“.  Die Politik habe zu wenig getan, um Ängste vor dem Islam abzubauen oder gar nicht entstehen zu lassen, sagte Gysi, der in seine Kritik ausdrücklich sich selbst und seine Partei einbezog.

„Wo Bürger mit Menschen islamischen Glaubens zusammenleben, gibt es diese Ängste ja auch kaum, sie sind eher abstrakt und beeinflusst durch Berichte über islamistische Gewalt aus anderen Ländern.“ Nötig sei jetzt „eine groß angelegte Aufklärungskampagne“.

Zeitung: Pegida hat Steuerbegünstigung als Verein beantragt

Am Samstag wurde zudem berichtet, dass die Veranstalter der islamkritischen Pegida-Demonstrationen in Dresden ihre Gruppe zur festen Organisation mit eigenen Einnahmen ausbauen wollen. Sie hätten beim Finanzamt die steuerliche Anerkennung der Gemeinnützigkeit beantragt, berichtet die „Frankfurter Rundschau“ (Samstag). Das zuständige Registergericht habe auf Anfrage der Zeitung erklärt, dass die „formalen Mindestinhalte“ zur Vereinsgründung durch die Satzung des Pegida e.V. erfüllt seien.

Spenden an das Bündnis könnten demnächst von der Steuer absetzbar sein, wenn das Finanzamt dem Antrag zustimmt. In den Gründungsunterlagen stehen dem Bericht zufolge als Vereinsvorsitzender der Dresdner Lutz Bachmann, als zweiter Vorsitzender der ebenfalls in Dresden wohnende René Jahn und als Kassenwart Kathrin Oertel aus der sächsischen Kleinstadt Coswig, die auch als Pegida-Pressesprecherin auftritt.

lvz

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