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Mitteldeutschland Halles Hauptbahnhof wird Großbaustelle - Deutsche Bahn investiert 700 Millionen
Region Mitteldeutschland Halles Hauptbahnhof wird Großbaustelle - Deutsche Bahn investiert 700 Millionen
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17:23 29.08.2014
Der Bahnhof Halle wird für 700 Millionen Euro umgebaut. Am Freitag gaben Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und Bahnchef Rüdiger Brübe offiziell den Startschuss für das Großprojekt. Quelle: dpa
Halle

Für rund 700 Millionen Euro erhält die Saalestadt bis Ende 2017 eine komfortable Anbindung an die ICE-Strecke Nürnberg–Berlin. Zudem entsteht in den kommenden gut drei Jahren ein moderner Güterbahnhof samt Zugbildungsanlage und 36 Gleisen.

„Nach Fertigstellung spielt Halle in der Champions-League der europäischen Logistikstandorte", ist sich Landesvater Haseloff sicher. Deshalb sei der Baubeginn ein „historischer Moment für Halle und Sachsen-Anhalt". Der Bahn-Chef legt noch einen nach, spricht von „Halle als künftigem Herz Deutschlands". Was zunächst die Leipziger und Sachsen die Ohren spitzen lassen dürfte. Nein, relativiert Grube sogleich ein wenig, Leipzig liege ja im Einzugsgebiet, für die ganze Region gebe es ja ein integriertes Verkehrskonzept. Eine Abkopplung oder Einschränkung im ICE-Verkehr werde es für die Messestadt nicht geben.

Durchatmen. Doch ein wenig wird Sachsen schon durch die Großinvestition hinter der Landesgrenze bluten müssen. Mit Inbetriebnahme des neuen Güterbahnhofs werden Leipzig-Engelsdorf und in Dresden-Friedrichstadt ihre Zugbildungsfunktion verlieren werden. Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Sachsen-Anhalt, erklärt die Wahl Halles als einen von sechs großen deutschen Güterbahnhöfen so: „Sachsen-Anhalt hat mit 15 Millionen Tonnen ein nur etwas geringeres Aufkommen als Baden-Württemberg." Hinzu komme die zentrale Lage.

Halle. Startschuss für ein gewaltiges Infrastrukturprojekt: Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube und der sachsen-anhaltische Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) haben gestern symbolisch mit dem Umbau des halleschen Hauptbahnhofs begonnen. Für rund 700 Millionen Euro erhält die Saalestadt bis Ende 2017 eine komfortable Anbindung an die ICE-Strecke Nürnberg–Berlin.

Bis es so weit ist, gibt es in Halle eine innerstädtische Großbaustelle. 50 Kilometer Gleise, 200 Weichen und 9 Brücken – all dies wird neu entstehen. Die 20 noch in Betrieb befindlichen Stellwerke verwandeln sich in zwei elektronische – diese gehorchen dann aber der Betriebszentrale in Leipzig. Zudem geht es den Bahnsteigen im Hauptbahnhof an den Kragen, die teils verlängert und sämtlichst auf die neuen Erfordernisse angepasst werden. Dazu wird die Ostseite des 1890 eröffneten Gebäudes ab Ende 2015 für ein Jahr gesperrt, danach die Westseite bis 2017.

„Wir reden hier über ein äußerst wichtiges deutsches Infrastrukturprojekt", betont Grube. Sein Sachsen-Anhalt-Chef Kaczmarek sekundiert: „Nach Fertigstellung heißt es ab Halle drei mal drei – in je drei Stunden in Hamburg, München und Frankfurt." Und in je sieben Stunden seien Paris, Bozen und Warschau erreichbar. Das letzte Wort hat der Oberbahner: „Dafür verpassen wir jetzt dem Bahnknoten Halle nicht nur neue Schnürsenkel, sondern auch neue Schuhe."

Mehr unter Informationen unter www.vde8.de und www.youtube.de/vde8

Martin Pelzl

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