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Mitteldeutschland Haseloff fordert Ostbeauftragten direkt im Kanzleramt
Region Mitteldeutschland Haseloff fordert Ostbeauftragten direkt im Kanzleramt
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11:33 06.11.2017
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU, Archivfoto) Quelle: dpa
Dresden/Leipzig

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) dringt auf eine bessere Vertretung der ostdeutschen Bundesländer in Berlin. Er erwarte von der nächsten Bundesregierung, „dass sie an zentraler Stelle, im Kanzleramt, personelle Strukturen schafft, die die Kompetenz haben, sich in jedem Politikfeld für ostdeutsche Interessen einzusetzen“, sagte der Politiker der in Dresden erscheinenden „Sächsischen Zeitung“ (Montag). Bislang wird der Ostbeauftragte der Bundesregierung vor allem von einem Arbeitsstab im Bundeswirtschaftsministerium unterstützt.

„Wir werden die Auswirkungen des totalitären DDR-Staates noch mindestens zwei weitere Generationen spüren“, sagte Haseloff weiter. Bis dahin werde man „an jeder Statistik ablesen können, wo die alte DDR-Grenze verlief“ ergänzte er mit Blick auf Wirtschaftskraft, Demografie oder Infrastruktur.

Im Westen des Landes solle „niemand glauben, dass mit dem Auslaufen des Solidarpaktes 2019 zur Normalität übergangen werden kann“, betonte Haseloff. Ostdeutschland brauche die Aufmerksamkeit „noch weit länger“. Auf die Frage, wie viele Politiker sich in den aktuellen Sondierungen zu einer Jamaika-Koalition im Bund für den Osten einsetzten, sagte Haseloff: „Vier von fünfzig. Plus Angela Merkel. Zu wenig also.“

Unter Führung von Bundeskanzlerin Merkel (CDU) sondieren Union, FDP und Grüne aktuell, ob sie Verhandlungen über eine gemeinsame Regierungskoalition im Bund aufnehmen werden.

Von LVZ