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Mitteldeutschland Helmstedt will sich „Stadt der Einheit“ nennen - Ort der deutsch-deutschen Geschichte
Region Mitteldeutschland Helmstedt will sich „Stadt der Einheit“ nennen - Ort der deutsch-deutschen Geschichte
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14:51 17.06.2014
Archivfoto Quelle: dpa
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Helmstedt

Bis zum Mauerfall vor knapp 25 Jahren war Helmstedt-Marienborn ein zentraler Grenzübergang zwischen der Bundesrepublik und DDR. Heute befindet sich die vom Land Sachsen-Anhalt getragene Gedenkstätte Deutsche Teilung auf dem Gelände. Der Rat von Helmstedt werde am Donnerstag (19.) über den Titel „Stadt der Einheit“ abstimmen, sagte Bürgermeister Wittich Schobert (CDU). Älteren Westdeutschen mag der Grenzübergang wegen der langen Wartezeiten und Schikanen von DDR-Grenzbeamten noch in Erinnerung sein. Die meisten Ostdeutschen bekamen ihn erst nach der Maueröffnung zu sehen.

Vorher hatten sie im Sperrgebiet nicht so nah an die „Westgrenze“ herankommen, geschweige denn sie überschreiten können.

„Wir tun viel, um die Erinnerung wach zu halten“, betonte Schobert. So organisiere der Verein „Grenzenlos“ seit Jahren Veranstaltungen und Fahrten zu Erinnerungsorten, um einen Beitrag zur deutschen Einheit zu leisten. Neben der Gedenkstätte und dem Zonen-Grenzmuseum Helmstedt ist das Grenzdenkmal Hötensleben zu besichtigen. Auf eine Fläche von 6,5 Hektar ist hier die von der früheren DDR errichtete innerdeutsche Grenze fast vollständig erhalten geblieben, inklusive Sperranlagen mit Mauer und Wachturm. Nach dem Ende des Braunkohletagebaus hat die Region um Helmstedt mit dem Strukturwandel zu kämpfen.

Das Attribut „Stadt der Einheit“ soll daher auch Touristen in die knapp 23 000 Einwohner zählende niedersächsische Kreisstadt locken. „Wir wollen neugierig machen“, sagte der Bürgermeister. „Nach unseren Recherchen hat sich noch kein anderer Ort „Stadt der Einheit“ genannt.“ Der Begriff müsse nun mit Leben gefüllt werden. Der 25. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November etwa soll in Helmstedt mit einem großen Bürgerfest gefeiert werden.

dpa

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